Autor Nachricht

<  Tipps und Erfahrungsberichte  ~  [vollständiger Erfahrungsbericht] Fernabitur (ILS)

BeitragVerfasst: Do 07.01.2010 13:13
Schaut mal vorbeiSchaut mal vorbeiBeiträge: 16Registriert: Do 13.08.2009 18:05
Liebe Forenteilnehmer,

im Folgenden möchte ich gerne meinen Erfahrungsbericht mit dem Fernabitur (ILS) schildern.
Auf die grundlegende Struktur des Fernabitur möchte ich hier nicht eingehen, diese kann an anderer Stelle nachgelesen werden.
Ich werde daher nur meine Erfahrungen schildern und den Aufbau eines Fernlehrganges als bekannt voraussetzen (ggf. hier einen Blick werfen: http://de.wikipedia.org/wiki/Fernunterricht oder im Forum nachfragen).

I. Umstände und Motivation
II. Unterstützung der Fernschule
III. Material
IV. Fazit
V. Situation damals / heute


I. Umstände und Motivation
Im Jahr 2004, direkt nach der Berufsausbildung, wollte ich meine Arbeitsstelle die ich zu diesem Zeitpunkt inne hatte nicht aufgeben, wusste aber, dass ich studieren möchte (Medizin).

Abendschule erschien mir zum damaligen Zeitpunkt nicht als Option.

Also suchte ich und stieß auf die ILS und meldete mich zum 3. Einstieg an (mittlere Reife nicht länger als 5 Jahre zurückliegend). Jene mittlere Reife lag exakt 4 Jahre zurück, war also noch im möglichen Rahmen.

Ich meldete mich mit folgender Fächerkombination an: Biologie, Chemie, Physik, Erdkunde, Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein.

Grund dafür war, dass ich davon ausging, für Medizin wäre das eine passende und nutzbringende Kombination.

Erwartete Zeit waren also 3 ½ Jahre, d.h. nur knapp etwas mehr als es an einer Abendschule gedauert hätte.

Meine Arbeitszeiten gingen damals bis etwa 17.30 Uhr, sodass ich an jedem Abend grundsätzlich Zeit hatte, gleichwohl am Wochenende, da ich keine Wochenendarbeit hatte.

Ich betrieb das Fernabitur über 2 Jahre. Mehr dazu weiter unten.



II. Unterstützung der Fernschule
Das ILS – so wie auch die anderen Anbieter – werben mit Unterstützung in vielen Bereichen.

a.) Einsendeaufgaben
Sinnvollerweise erhält man seine Einsendeaufgaben möglichst schnell zurück. Dem war jedoch nicht so. Die Zeit bis zur Korrektur belief sich auf etwa 3 Wochen. Lediglich zwei Einsendeaufgaben kamen nach 2 Wochen wieder zurück.
Für den Lernfortschritt war das äußerst problematisch, da ich ohne Korrektur nur schwerlich weitermachen konnte, da Korrekturkommentare (auch bei 100%ig richtigen Arbeiten) sinnvoll für das Lernen sind.

b.) Fragen an die Lehrer
aa.) Telefon
Bei zahlreichen Gelegenheiten bat ich um Rückruf bzw. Meldung auf Grund von Korrekturen oder einfach Fragen zum Lernstoff. Lediglich ein Rückruf wurde tatsächlich getätigt. Die anderen blieben unbeantwortet und ich war gezwungen meine Fragen per E-Mail bzw. Brief einzureichen.
bb) E-Mail / Brief
Da der Weg über das Telefon – aus Gründen die mir bis heute niemand nennen wollte – nicht funktionierte, stellte ich meine Fragen per E-Mail bzw. Post.
Die Beantwortung dauerte im Regelfalle 1 bis 2 Wochen, was die Bearbeitung bestimmter Aufgaben erheblich in die Länge zog.
Nach etwa 6 Monaten rief ich bei der ILS an und teilte ihnen diesen Missstand mit, aber ich bekam lediglich eine ziemlich rotzfreche Antwort darauf („dafür können wir auch nichts, das ist Sache der Tutoren – da müssen sie sich selbst drum kümmern“).

Ich verzichtete auf Hilfe durch die ILS in dieser Hinsicht und nutzte diverse Internetforen. Dort erhielt ich Antwort in der Regel innerhalb der bekannten Antwortzeiten für gutbesuchte Foren (1 bis 2 Stunden).

c.) Fragen zur Organisation und zur Prüfung
Bereits frühzeitig wollte ich wissen, wie die Prüfung am Ende abläuft, um bereits von vornherein daraufhin zu arbeiten, denn ich machte das Abitur nicht, weil ich zu viel Freizeit hatte, sondern weil ich die Noten brauchte. „Strategisches Lernen“ quasi.

Ich wollte also wissen, was eigentlich in der Prüfung von dem rankommt, das in den Heften aufgeführt war und ob ich unbedingt alle Einsendeaufgaben machen muss.
Die ersten paar Versuche reagierte man ziemlich ungehalten und sagte mir: „kümmern Sie sich nicht darum, das ist jetzt nicht wichtig“. Nachdem mehrmaligem Insistieren sagte man mir, man weigere sich, diese Informationen rauszugeben, da ich ja noch am Anfang stünde und man würde es nicht weiter dulden, dass ich danach frage.

Das riss ein ziemliches Loch in die Motivation, da niemand bereit war mir zu sagen, was eigentlich Prüfungsschwerpunkte sein mögen. Mehr dazu weiter unten.


III. Material
a.) Aktualität
In Gänze lässt sich sagen, dass der Großteil des Materials hoffnungslos veraltet war.

- Erdkunde:
Ein Fach, in dem es auf Aktualität ankommt. Es wäre nachvollziehbar, dass einige Zahlen und Tabellen nicht zwingend auf dem neusten Stand sein müssen, aber inhaltlich sollte das Material aktuell gehalten sein.
Einige Hefte wiesen konsequent inhaltliche Mängel auf, da deren Schilderungen und Fakten schlicht nicht mehr zutreffend waren.
Die meisten Hefte verwendeten mindestens 5 Jahre alte Tabellen.
Es war notwendig das gesamte Material mit aktuellen Quellen neu aufzuarbeiten. Der Zeitaufwand war enorm, da ich in mühevoller Kleinarbeit aktuelle Zahlen zusammentragen musste.
- Englisch:
Aktuelle Themen waren, wie in den Erdkundeheften, veraltet. Viele Angaben stimmten längst nicht mehr, zudem waren Ereignisse, die für den Stoff relevant gewesen wären, in den Heften nicht enthalten.
- Chemie, Physik, Mathematik:
Einige der Hefte sind offenbar seit Jahren oder Jahrzehnten nicht überarbeitet worden. Das ist in diesen Fächern auch nicht immer zwingend notwendig, aber dennoch förderlich für die Didaktik.
In einem Physikheft war gar die Rede davon, dass man alle Aufgaben mit einem Rechenschieber noch mal nachrechnen sollte.
- Deutsch
In vielen Belangen der Sprache hat sich einiges getan, beispielsweise beim Thema Bewerbungen oder zeitgeschichtlicher Aspekte.
Hier lag der Standard irgendwo bei Anfang der 1990er Jahre.

Im Jahre 2004 war in praktisch allen Heften noch von D-Mark die Rede.


b.) Schwerpunktrelevanz für die Prüfung
Wie bereits erwähnt war niemand bereit mir mitzuteilen, welche Schwerpunkte relevant sind.

Heute weiß ich, dass Schwerpunkt beispielsweise in Mathematik Kurvendiskussion mit Integral- und Differentialrechnung sind. Diese Themen sind in den Matheheften nur am Rande angeschnitten. Nullstellenberechnung beispielsweise (kommt IMMER ran) wird praktisch überhaupt nicht behandelt.
Auch werden so gut wie überhaupt KEINE komplexen Aufgaben, wie sie im Matheabitur Regelfall sind, behandelt. Stattdessen behandeln die einzelnen Hefte immer nur das jeweilige Thema.
Man ist zu 90% auf Sekundärliteratur angewiesen.

In Chemie sieht es nicht besser aus. Die prüfungsrelevanten Teile machen nur einen Bruchteil des Stoffes in den Heften aus (beispielsweise Alkohole und dergleichen).
Ohne Sekundärliteratur sind die Hefte praktisch völlig nutzlos.

Deutsch barg das selbe Problem: Prüfungsschwerpunkte waren nicht im Ansatz erkennbar.


c.) Didaktische Qualität und Aufgabenformate
- Mathematik:
Teilweise völlig unverständlich, viel zu theoretischer Ansatz. Ein befreundeter Mathematikstudent meinte, dass die Herangehensweise für das Mathestudium angemessen ist, jedoch nicht für einen Abiturlehrgang.
Ich war gezwungen praktisch den größten Teil über Sekundärliteratur zu erlernen. Erst einmal habe ich aber Zeit mit den Heften verschwendet, die mir erspart geblieben wäre, wenn die Hefte besser aufgebaut gewesen wären.
Wichtige Themen wurden teilweise so stark reduziert, dass es einem vorkommt, als wäre es unwichtig (e-Funktion, Polynomdivision, Stammfunktionen, Nullstellenberechnungen u.a.).
Definitionen waren teilweise äußerst theoretischer Natur (für’s Mathestudium geeignet), ebenso wurden einzelne Themen derart komplex angegangen, dass es sehr viel mehr Zeit brauchte sie zu verstehen, als das in einer normalen Schule je der Fall wäre. Beispielsweise wurde die Ableitung mit Hilfe des Differentenquotienten erklärt, während jeder Zehntklässler das auf einfacherem Wege rechnen kann.

- Chemie:
Viel Platz in den Heften wird für nicht prüfungsrelevante Geschichte der Naturwissenschaften vergeudet. Das mag interessant sein, ist jedoch Platzverschwendung, da es die ohnehin schon dünnen Heften noch weniger wertvoll macht.
Inhaltlich haben die Hefte, wie mir heute bekannt ist, praktisch kaum auf die Chemieprüfung am Ende vorbereitet. Zu viele wichtige Aspekte wurden viel zu kurz behandelt, während hochgradig relevante und teilweise sehr komplexe Themen wie das Orbitalmodell nur auf 5 Seiten kurz angerissen wurden. Im Chemieunterricht wird über das Orbitalmodell hingegen über sehr viele Unterrichtsstunden lang gesprochen und es werden Anwendungen durchgeführt.
Fehlanzeige in den Heften.
Außerdem waren immer wieder unpräzise Formulierungen vorhanden, welche das Verständnis offenbar zwangsvereinfachen sollten, im Endeffekt aber mehr Fragen aufwarfen als sie beantworteten.

- Biologie:
Teilweise gut.
Jedoch wird viel zu wenig auf die biochemischen Aspekte eingegangen, welche letztlich auch im Abitur abgefragt werden.
Es mangelt indessen auch erheblich an Übungen, auch ist nicht ersichtlich, was im Abitur relevant sein könnte.

- Physik, Erdkunde, Deutsch, Latein, Englisch:
Angemessen und brauchbar, wenngleich die Herangehensweise oft zu stark von Anekdoten und Meinungen der Autoren begleitet werden (v.a. in Erdkunde, Latein und Deutsch; auch in Biologie).

d.) Leistungskurshefte
Die Hefte der Leistungskurse sind gestückelt. Es gibt einzelne Hefte, die jeweils ergänzend zum Grundkursheft verwendet werden, jedoch SO gestaltet, dass ich erst im GK lese und dann im LK-Heft weiterlesen muss, sodass ständig zwischen zwei Heften gewechselt werden muss.
Didaktisch unklug und schlecht zu handhaben.


IV. Fazit
Die Kosten für das Material, die Sekundärliteratur und Anfahrts- und Reisekosten sind nicht unerheblich. Man sollte sich gut überlegen, ob das Fernabitur wirklich die EINZIGE Alternative ist.
Es ist geeignet für Leute, die aus den unterschiedlichsten Gründen definitiv keine andere Wahl haben, beispielsweise (junge) Mütter oder Leute, die aus beruflichen Gründen viel auf Reisen sind.

Jedoch möchte ich dazu folgendes bemerken: wer beispielsweise in seiner derzeitigen Lebenssituation unzufrieden ist und etwas grundlegend ändern soll, der kann nicht erwarten, dass ein Fernabitur diese Probleme löst, im Gegenteil. Es ist sehr viel harte und zeitaufwändige Arbeit. Wer „sowieso kaum Zeit hat“, der wird mit dem Fernabitur nicht glücklich.

Zudem sei anzumerken, dass wer wirklich sein Leben umstellen will, derjenige eben auch etwas riskieren muss und beispielsweise die Arbeit aufgeben, sich etwas neues suchen und eine Abendschule (oder eine Tagesschule) besuchen sollte.
Im Endeffekt lässt sich konstatieren, dass es nur WENIGE Fälle gibt, in denen das Fernabitur wirklich die EINZIGE Variante ist. Oft lässt sich durch Änderung der eigenen Lebensumstände die Situation so ummünzen, dass der Besuch einer Abend- oder Tagesschule möglich wird.
Dazu mehr ...


V. Situation damals / heute
Wie bereits geschrieben, habe ich gut 2 ½ Jahre mitgemacht. Da ich tagsüber arbeiten war, schaffte ich es nicht in der Regelstudienzeit.
Des Weiteren waren 10 – 15 Stunden Bearbeitungszeit pro Woche illusorisch. Um es in der Regelstudienzeit zu schaffen war mehr nötig.

Ich schrieb damals in den Einsendeaufgaben in der Regel vernünftige Zensuren, um 1 bis 2. Jedoch stellte sich die Frage: reicht das WIRKLICH aus, um für Medizin einen Schnitt um 1,4 rauszubekommen?

Nach rund 2 Jahren hatte ich erst ca. 45% der Hefte bearbeitet. Es war mir also klar, dass ich noch mindestens 2 Jahre bräuchte PLUS die Zeit mit Prüfungsvorbereitung und Co.
Und das bei einem Zeitaufwand der mich genauso beschäftigt, wie es an einer Abendschule der Fall ist.

Zudem war meine Fächerkombination für das Fernabitur die wohl zeit- und lernaufwändigste, da die ganzen Naturwissenschaften erheblichen Zeitaufwand bedeuten.


Daher beschloss ich das ganze zu beenden und die Abendschule zu besuchen.


Ich bin nun in Klasse 13 an einem Abendgymnasium und schreibe in 5 Monaten mein Abitur. Zur Zeit stehe ich etwa 1,2 und werde mein Abitur mit etwa 1,3 machen.

Leider ist nicht wirklich viel von dem, was ich im Fernabitur hatte für ein normales Abendgymnasium brauchbar.
Zudem ist – OBWOHL ich fünfmal die Woche von 17.30 bis 21.35 Uhr Unterricht habe, mein Zeitpensum jetzt größer als vorher: ich habe wesentlich mehr Freizeit bei wesentlich geringerem Arbeitsaufwand. In Fächern wie Politwissenschaften und Deutsch braucht man praktisch überhaupt nichts zu tun (außer Bücher lesen), um 14 oder 15 Punkte zu bekommen.

Wie schon angedeutet rate ich jedem dringlichst zu überlegen, ob das Fernabitur wirklich die einzige Variante ist. Vor allem wenn man in Richtung Medizin, Jura und Co. gehen möchte, wo Abiturdurchschnittsnoten von 1,1 bis 1,5 Pflicht sind, ist das Fernabitur nur unzureichend geeignet, da es viele Probleme gibt, die eine reibungslose Prüfung und überhaupt das Vorbereiten auf die selbige gefährden können.
Zudem sind "Auswendiglernfächer" wie Latein und Geschichte echte Zeitkiller.
Des Weiteren geht an einer Abend- oder Tagesschule das Abitur auch „weiter“ wenn man krank ist oder mal nichts tut, während das Fernabitur stetiges Arbeiten verlangt und Pausen die eigene Motivation senken können.


Offline Profil E-Mail senden Website besuchen
BeitragVerfasst: Mo 11.01.2010 13:22
Neu hierNeu hierBeiträge: 9Registriert: So 27.09.2009 13:24
hallo zusammen,
ehrlich gesagt hat mich dieser erfahrungsbericht ziemlich getroffen :shock: . möchte deshalb etwas dazu schreiben ... dass es bei der ils mit dem service und betreuung nicht so weit her ist, musste ich leider auch erfahren :? . meine einsende-aufgaben kamen und kommen erst nach einer kleinen ewigkeit zurück, auch briefe und anfragen dauern recht lange. am telefon bekam ich wenig auskünfte bzw wurden mir rückrufe versprochen (zum beispiel gerade erst heute!), die nie kamen. schade!! allerdings kann ich die ansicht, dass die vorbereitung auf gewisse fächer nicht gut ist, bislang noch nicht teilen. in mathe fühle ich mich gut vorbereitet und auch in den anderen fächern habe ich eher das gefühl, dass einem eher überflüssiges als zu wenig beigebracht wird (habe durch freunde den vergleich zur gymnasialen oberstufe in bayern!). allerdings bin ich noch nicht in der sek 2 angekommen und hoffe sehr, nicht dasselbe zu erleben? wie sind eure erfahrungen da? ein einzelfall oder ist das bei der ils generell so??? von leuten, die abendgymnasium machen, habe ich auch oft gehört, dass sie sehr zufrieden sind. allerdings sind die zeiten sehr gewöhnungsbedürftig :D .
liebe grüße!!
das camperle


Offline Profil E-Mail senden Website besuchen
BeitragVerfasst: Mo 11.01.2010 14:21
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 629Wohnort: NRWRegistriert: Di 13.03.2007 16:12
Hallo Ratford,

ich bin zugegebenermaßen erstmal kritisch bei Leuten, die nur einen einzigen Beitrag posten und damit das ganze Fernabitur in Frage stellen. Häufig sind das Racheakte von Gescheiterten, die versuchen denen, die das Abitur auf diesem Wege schaffen können, das Ganze madig zu machen.

Ich werde nicht auf alle Deine Punkte eingehen, Du hast sicher auch nicht in allen Punkten unrecht, aber etwas möchte ich schon klarstellen:

1. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob Deine EAs wirklich immer so lange unterwegs waren, bei mir ist das anders. Manche EAs kommen innerhalb einer Woche zurück (was beachtlich ist wenn man den Postweg bedenkt) und damit sogar schneller, als es bei mir in der Schule oft der Fall war. Gerade Fächer wie Deutsch oder Biologie (Geschichte sicher auch, aber das habe ich abgewählt) brauchen in der Korrektur länger als Fächer wie Mathe. Das ist verständlich und auch an regulären Schulen so. 3 Wochen auf eine EA zu warten ist bei mir die Ausnahme (und dann kommt teilweise sogar noch ein Zwischenbescheid, dass der Lehrer in Urlaub ist oder ähnliches). Ich kann mich hier also nicht beschweren.

2. Zu Telefonanfragen kann ich nichts sagen, ich mag diese Art der Klärung nicht und habe deshalb noch nie Gebrauch davon gemacht. Meine Anfragen schreibe ich per Mail. Und diese sind bisher immer schnell beantwortet worden, teilweise (gerade Mathe) innerhalb von 24 Stunden.

3. Ich persönlich kann es nicht nur nachvollziehen, ich finde es sogar gut, dass die ILS Anfängern auf Fragen wie Du sie gestellt hast keine Antwort gibt. Was wäre denn die Folge davon? Viele würden nur noch den "prüfungsrelevanten" Stoff lernen, keine Minute mehr auf die Basics oder den Bereich links und rechts verwenden. Das Abitur ist aber keine Prüfung, für die man alles auswendig lernen muss, man erwirbt die "Allgemeine Hochschulreife". Hier wird ein gewisser Kenntnisstand vorausgesetzt, hier kann man nicht nur schwarz oder weiß sehen. Wenn Dich Prüfungsthemen für das Abitur interessiert haben, warum hast Du dann nicht Seiten wie google benutzt, oder Dich beim Kultusministerium des Prüfungsbundeslandes erkundigt? Selbständigkeit ist im Fernstudium gefragt!

4. Was die Aktualität der Hefte angeht muss ich Dir weitgehend Recht geben, genauso wie bei dem didaktischen Debakel der Mathehefte.

Was mich aber interessieren würde: Aus dem Ende Deines Postes entnehme ich, dass Du Fernabitur nicht abgeschlossen hast. D.h. Du hast keine Unterlagen zur direkten Prüfungsvorbereitung von der ILS bekommen, oder? Wie willst Du dann beurteilen, ob die ILS Dich richtig vorbereitet hätte oder nicht? Wie kann das denn ein VOLLSTÄNDIGER Erfahrungsbericht sein?

Übrigens geht die ILS nur am Anfang des Lehrgangs so sparsam mit den Infos um, ich habe z.B. beim Oberstufenseminar ganz konkrete Prüfungsthemen, Auswahlmöglichkeiten, etc. mitgeteilt bekommen.

Ich stimme Dir insofern zu, als dass das Fernabitur der schwierigste Weg ist und man auf der Abendschule oder einem Berufskolleg wohl viel leichter erfolgreich sein kann.

Ansonsten wünsche ich Dir noch viel Erfolg und Spaß bei Deinem Abitur und Deinem Studium.

LG Jennie



_________________
Whether you think you can,
or you think you can't.
You're right.
(Henry Ford)

http://fernabitur.wordpress.com/
Offline Profil Website besuchen
BeitragVerfasst: Mo 11.01.2010 15:12
Schaut mal vorbeiSchaut mal vorbeiBeiträge: 16Registriert: Do 13.08.2009 18:05
Hallo Jennie,

ich kann deine Skepsis verstehen.
Wie meinem Beitrag zu entnehmen ist, stelle ich das Fernabitur als solches aber nicht in Frage.
Ich bin jedoch hochgradig skeptisch, wenn das Fernabitur oft als "einziger Weg" zum Abitur bezeichnet wird für manche/n. Oft ist auch eine Unwilligkeit, geregelte Verhältnisse aufzugeben der Grund für die Entscheidung.

Zu deinen Fragen:
Ich habe mir das GESAMTE Lehrmaterial zuschicken lassen. Denn da ich schon so lange dabei war, wollte ich schlussendlich wissen, was mich noch erwartet hätte.

Ich wäre, in Anbetracht der Zeit die ich brauchte, etwa erst 2008 fertig geworden. Zu diesem Zeitpunkt gab es aber bereits das Zentralabitur!

Ich gehe mal davon aus, dass das inzwischen (mindestens stellenweise) behoben wurde, jedoch war ich einer der Kandidaten, der am Prüfungstag dann voll in den Nesseln gesessen hätte.


Zu 1.:
Da gehen die Erfahrungen wohl stark auseinander.

Zu 3.:
Nach 2 Jahren kann man nicht gerade von "Anfänger" sprechen. Von daher ist die Zurückbehaltungspolitik nicht angemessen.


@Camperle
Es stimmt, die Zeiten an der Abendschule sind gewöhnungsbedürftig. Aber wenn man Fernabitur macht, sitzt man auch bis Abends über Lernmaterial. Von daher ist der Unterschied nicht so gravierend, auf lange Sicht.


Offline Profil E-Mail senden Website besuchen
BeitragVerfasst: Mo 11.01.2010 15:22
Weiss BescheidWeiss BescheidBeiträge: 83Wohnort: FreisingRegistriert: Do 11.08.2005 09:56
Hallo,

das das Fernabitur der schwierigste Weg ist das Abitur nachzuholen, steht außer Frage. Was die Mathe(-oberstufen-)hefte angeht, weiß ich, dass es in naher Zeit neue Hefte, von einem anderen Pädagogen, geben wird. Eine Qualitätsverbesserung ist gewiss. Auch in Chemie wird laut ILS an neuen Heften gearbeitet. Ähnliche Beispiele könnte ich auch für andere Fächer nennen. Es gibt sicher auch Hefte, die seit vielen Jahren keine Überarbeitung erfahren haben. Aber für Fächer wie z.B. Geschichte spielt das kaum eine Rolle. In Sozialkunde ist z.B. das Oberstufenheft zum Nahostkonflikt ziemlich up-to-date. Zu einem Abiturienten gehört auch die Fähigkeit, sich aktuelle Informationen selbst zu erarbeiten und nicht immer alles auf dem Silbertablett geliefert zu bekommen. Außer eigener Erfahrung kann ich sehr wohl behaupten, dass das Studienmaterial sehr gut auf das Abitur vorbereitet!!
Zu den EAs: Ich habe in den letzten 4 Jahren fast alle EAs bearbeitet und auf den Postweg eingeschickt. Meine Erfahrung ist, dass die ILS schon darum bemüht ist, eine zeitnahe Bearbeitung zu garantieren. Am längsten hatte es bei mir immer in Geografie gedauert. Mittlerweile gibt es diesen Korrektur bei ILS nicht mehr. Ansonsten hat es meistens 1-2 Wochen gedauert. Einige EAs trafen auch schon binnen 5 Tagen wieder ein. Mich hat diese zeitliche Verzögerung nicht gestört, denn ich habe einfach mit einem anderen Heft weitergearbeitet. Die Fehler konnte ich auch nach 2 Wochen noch durchgehen.
Zu den Fragen an die Fernlehrer kann ich nicht soviel sagen, da ich diesen Service fast nie genutzt habe. Da gibt es Foren und Seiten im Netz, wo einem sicher schneller auf die Sprünge geholfen wird.
Zu den Prüfungen kann ich ILS nur beipflichten. Warum sollte man sich zu Beginnn des Studiums schon damit beschäftigen? Ich halte das für reine Zeitverschwendung. Die Gefahr gewisse Themen zu überfliegen, da sie ja dann "sowieso nicht drankommen werden", wäre viel zu groß. Dabei ändert die Hamburger Schulbehörde gern und schnell immer wieder mal die Prüfungsschwerpunkte.
Fakt ist aber auch, dass die Noten der EAs am Ende nichts zählen. Eine intensive und lange Prüfungsvorbereitung ist unerläßlich, denn auf dem Abiturzeugnis erscheinen nur die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Abschlußprüfungen! Das heißt, wer z.B. einen totalen Black Out hat, zuviel auf Lücke setzt oder seine Fächer derart unglücklich legt (z.B. Französisch mündlich obwohl man fast nie französisch gesprochen hat im Lehrgang), der muss damit rechnen eine 4 oder eine 5 auf seinem Abiturabschlusszeugnis zu bekommen, was den Gesamtschnitt natürlich nach unten zieht!!

Viele Grüße,
Jörg



_________________
Im Sommer 2005 habe ich den Entschluss getroffen, das Abitur nachzuholen. Ich habe Anfang Oktober 2005 mit dem 2. Einstieg (36 Monate) begonnen. 2009 war es endlich soweit: Nach 50 Monaten konnte ich am 03.12.2009 erfolgreich das Abitur abschließen.
Offline Profil ICQ
BeitragVerfasst: Mo 11.01.2010 15:24
Weiss BescheidWeiss BescheidBeiträge: 83Wohnort: FreisingRegistriert: Do 11.08.2005 09:56
Ratford hat geschrieben:
Hallo Jennie,


Ich wäre, in Anbetracht der Zeit die ich brauchte, etwa erst 2008 fertig geworden. Zu diesem Zeitpunkt gab es aber bereits das Zentralabitur!


Falsch. Für ILS gibt es in Hamburg kein Zentralabitur.

Viele Grüße,
Jörg



_________________
Im Sommer 2005 habe ich den Entschluss getroffen, das Abitur nachzuholen. Ich habe Anfang Oktober 2005 mit dem 2. Einstieg (36 Monate) begonnen. 2009 war es endlich soweit: Nach 50 Monaten konnte ich am 03.12.2009 erfolgreich das Abitur abschließen.
Offline Profil ICQ
BeitragVerfasst: Mo 11.01.2010 15:26
Weiss BescheidWeiss BescheidBeiträge: 83Wohnort: FreisingRegistriert: Do 11.08.2005 09:56
Ratford hat geschrieben:

Es stimmt, die Zeiten an der Abendschule sind gewöhnungsbedürftig. Aber wenn man Fernabitur macht, sitzt man auch bis Abends über Lernmaterial. Von daher ist der Unterschied nicht so gravierend, auf lange Sicht.


Das stimmt allerdings. Ich habe auch immer bis 23 Uhr gesessen. Wenn man Vollzeit arbeiten geht, hat man auch beim Fernabi keine andere Möglichkeit. Zumal auch oft umfangreiche EAs anstehen, die man am besten ausgeruht am Wochenende schreibt.

Viele Grüße,
Jörg



_________________
Im Sommer 2005 habe ich den Entschluss getroffen, das Abitur nachzuholen. Ich habe Anfang Oktober 2005 mit dem 2. Einstieg (36 Monate) begonnen. 2009 war es endlich soweit: Nach 50 Monaten konnte ich am 03.12.2009 erfolgreich das Abitur abschließen.
Offline Profil ICQ
BeitragVerfasst: Mo 11.01.2010 22:04
Schaut mal vorbeiSchaut mal vorbeiBeiträge: 16Registriert: Do 13.08.2009 18:05
Zitat:
Falsch. Für ILS gibt es in Hamburg kein Zentralabitur.


Nicht jeder lässt sich in Hamburg prüfen, aus welchen auch immer gearteten Gründen.
Genau dann bekommt man ein großes Problem mit dem Zentralabitur des jeweiligen Bundeslandes.

Das war bis vor etwa 5 Jahren NICHT relevant.

Mit Einführung des Zentralabiturs stellt das das Konzept Fernabitur jedoch vor ein Problem für alle, die sich im eigenen Bundesland prüfen lassen wollen (oder müssen.


Bezüglich der Hefte:
Eigentlich echt krass wenn man überlegt, dass es praktisch gut 10 Jahre gedauert hat, bis die Hefte mal eine grundlegende Reform erfahren.
Wenngleich, wie schon gesagt, die Hefte nicht per se schlecht aufgebaut sind.


Offline Profil E-Mail senden Website besuchen
BeitragVerfasst: Di 12.01.2010 00:15
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 348Registriert: Di 26.06.2007 00:15
Hallo Ratford!

Vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht, der zwangsläufig sicher nur einen Ausschnitt wiedergeben kann, da Du ja mittlerweile auf die Abendschule gewechselt bist, den Fernlehrgang also nicht komplett durchgearbeitet hast. Ich möchte nun auf einige Punkte eingehen.

Das mit den ILS-Korrekturzeiten ist bei mir sehr unterschiedlich. Einige EAs erhalte ich innerhalb einer Woche zurück, auf andere muss ich manchmal bis zu fünf Wochen warten. Doch selbst wenn es wirklich vier bis fünf Wochen dauern sollte, ist dies in meinem Fall nicht wirklich tragisch. Ich bearbeite sowieso immer mehrere Fächer parallel (wichtig insbesondere in den Fremdsprachen, denn da ist Regelmäßigkeit das A und O), so dass ich diese überlangen Wartezeiten, die allerdings eher eine Ausnahme sind, sinnvoll überbrücken kann. Man hat schließlich noch genügend andere Fächer, die da der Beschäftigung harren.

Bisher habe ich mich noch nie mit einer Fachfrage an den Fernlehrer wenden müssen. Ich möchte mal behaupten, wer sich mit den Lehrbriefinhalten intensiv (nicht nur „mal eben so“) befasst, der kommt früher oder später schon auf die (richtigen) Lösungen. Häufig hilft bereits ein kleiner Denkanstoß (ILS-Forum) – und man hat den Fuß wieder am Ball.

Deine Kritik an den Lehrbriefen halte ich teilweise für berechtigt. Die Mathe-Lehrbriefe sind – vor allem gemessen an ihrem methodisch-didaktischen Aufbau - eine ziemliche Zumutung, was sogar Leute sagen, die sonst in Mathe nie Probleme hatten. Bereits vor knapp zweieinhalb Jahren, als ich mit meinem Fernlehrgang begann, hieß es von offizieller Seite, also dem ILS, die Mathematik-Lehrbriefreihe würde überarbeitet. Bisher liegen mir jedoch keine neuen Lehrbriefe vor. Vermutlich, weil es sie noch nicht gibt. In den anderen Fächern finde ich die Lehrbriefe des ILS aber recht gut. Zu den Studienunterlagen in Physik, Chemie und Erdkunde kann ich nichts sagen, da ich diese Fächer abgewählt habe. Dass in einigen Heften noch von „D-Mark“ die Rede ist, halte ich für nebensächlich. Es geht ja um das Wissen an sich, nicht um geringfügige Details. Außerdem ändern sich viele Zahlen ständig, so dass man sich ohnehin auf dem Laufenden halten sollte (Zeitungen, TV-Sendungen, Internet usw.). Soviel Eigeninitiative darf man bei einem Fernschüler/einer Fernschülerin wohl voraussetzen. Die Bevölkerungs- und Beschäftigungszahlen beispielsweise werden gegen Ende des Lehrgangs eh völlig anders aussehen als zu Beginn des Fernkurses. Biologie habe ich als Grundkurs des nur-mündlichen Prüfungsteils, der sich ja hier in erster Linie über Themenschwerpunkte (bei mir werden dies voraussichtlich Ökologie und Evolution sein) definiert. Für die Prüfungsfächer „der Mündlichen“ bekommt man übrigens – so wurde mir gesagt – zu gegebener Zeit noch Zusatzmaterial nach Hause geschickt. Der Rest ist eine Frage der Organisation. Wer natürlich – solche Fälle soll es geben – erst wenige Wochen vor der mündlichen Prüfung anfängt, sich gründlicher mit seinen Spezialgebieten zu beschäftigen, für den dürfte es ein böses Erwachen geben. Logo.

Zugegeben, das mit den gestückelten Heften (GK/LK) hätte man sicher eleganter lösen können. Allerdings bearbeite ich lieber zwei dünnere Hefte gleichzeitig, als so einen „zusammenhängenden“ 140-Seiten-Endlos-Schinken, bei dem man dann irgendwann kein Land mehr sieht, weil einen allein schon der pure Umfang überfordert.

Dass die Fernlehrinstitute Dir nicht schon während des Lehrgangs sagen konnten, was in der (späteren) Abiturprüfung vorkommt, hängt sicher auch damit zusammen, dass die Themenschwerpunkte häufiger wechseln, im ungünstigsten Fall womöglich relativ kurzfristig. Dies ist aber nicht Schuld der Fernlehrinstitute, sondern die von Bildungspolitikern und Beamten. Letztere wandeln nämlich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen gern die Stoffpläne um. Es macht daher wenig Sinn, Gedanken an Eier zu verschwenden, die eventuell erst in zwei oder drei Jahren gelegt werden. So gab es – bezogen auf Hamburg - im Fach Französisch (schriftlich) mal einen sogenannten Grammatiktest, der inzwischen abgeschafft wurde, oder im Fach Biologie den Themenkomplex Verhaltenslehre, der seit jüngster Zeit ebenfalls nicht mehr prüfungsrelevant ist. Nur: All das konnte man vor zwei Jahren noch nicht wissen. Keiner weiß, wie Richtlinien und Inhalte eines fernen Tages - nämlich dann, wenn wir in der Prüfung sitzen - konkret aussehen werden. Auch die Fernschulen nicht.

Die Kosten (einschl. Fahrt, Unterkunft usw.) sind in meinem Fall das geringere Problem. Ein Abendgymnasium wäre für mich teurer, denn die nächste Abendschule ist gut 40 km von mir entfernt, d.h. ich müsste vier- bis fünfmal die Woche 80 km fahren – und das über Jahre! Vom Zeitaufwand (An- und Rückfahrt) einmal abgesehen, würden mir erhebliche Kosten für Benzin und Fahrzeugkosten (das Auto wird ja durch die Gurkerei nicht besser) entstehen. Ich habe den ganzen Spass anfangs mal durchgerechnet und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass der Fernlehrgang (einschl. Seminare/Unterkunft/Prüfungsgebühren) für mich sogar etwas billiger kommt. Außerdem arbeite ich im 3-Schicht-Betrieb, so dass das allein von den Unterrichtszeiten nicht hinkäme. Darüber hinaus hätte ich auch keine Lust, mich in eine (abend-)gymnasiale Zwangsjacke pressen zu lassen. Ich möchte das Tempo und die Intensität meiner Vorbereitung selbst bestimmen dürfen. Und ich kenne keine Unterrichtsform, die sich den persönlichen Bedürfnissen und Voraussetzungen so gut anpassen lässt, wie dies im Fernunterricht möglich ist. Dass am Ende der Vorbereitung eine Externenprüfung steht – man also z.B. von Lehrern geprüft wird, die man nicht kennt – hat auch Vorteile. Der (Abend-)Schüler muss kontinuierlich Spitzenleistungen bringen, um auf dem Abschluss-Zeugnis eine 1 zu erhalten. Ich muss nur 4-5 Stunden (Klausurteil), manchmal sogar nur 30 Minuten (mündlicher Prüfungsteil) Bestleistungen bringen - und ich hab die 12, 13, 14 oder – im Idealfall - 15 Punkte. Auch vermeintliche Nachteile lassen sich also – wenn man es richtig anstellt – in einen Vorteil ummünzen. Und auch die "1 vorm Komma" ist für Externe machbar, wie einzelne Fernschüler/innen bereits in der (jüngeren) Vergangenheit bewiesen haben (im letzten ILS-Prüfungsjahrgang gab es zwei Teilnehmer/innen, die Notendurchschnitte von 1,0 bzw. 1,2 erzielten). Natürlich ist dies nicht jedem möglich. Und man muss sehr viel dafür tun. Aber das müssen (Abend-)Gymnasiasten ebenfalls.

Als ich mit meinem Lehrgang (1. Einstieg) im Juli 2007 bekann, waren es knapp 210 Lehrbriefe, mittlerweile sind es noch 81. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Ich wünsche allen Fernschüler/innen weiterhin ein frohes Schaffen!

Viel Erfolg!
Markus („longlife“) 8)



_________________
"Genie ist zu 1% Inspiration und zu 99 % Transpiration."
(Edison)
Offline Profil
BeitragVerfasst: Mi 13.01.2010 13:06
Weiss BescheidWeiss BescheidBeiträge: 83Wohnort: FreisingRegistriert: Do 11.08.2005 09:56
Zitat:
Fragen zur Organisation und zur Prüfung
Bereits frühzeitig wollte ich wissen, wie die Prüfung am Ende abläuft, um bereits von vornherein daraufhin zu arbeiten, denn ich machte das Abitur nicht, weil ich zu viel Freizeit hatte, sondern weil ich die Noten brauchte. „Strategisches Lernen“ quasi.

Ich wollte also wissen, was eigentlich in der Prüfung von dem rankommt, das in den Heften aufgeführt war und ob ich unbedingt alle Einsendeaufgaben machen muss.



Ratford hat geschrieben:

Mit Einführung des Zentralabiturs stellt das das Konzept Fernabitur jedoch vor ein Problem für alle, die sich im eigenen Bundesland prüfen lassen wollen (oder müssen.



Hallo Ratford,

irgendwie widersprichst Du Dich in Deinen Beiträgen selber. In Deinem 1. Beitrag schreibst Du etwas von "strategischem Lernen", dass Du frühzeitig wissen wolltest was in der Prüfung letztlich drankommt und relevant ist. Zuletzt schreibst Du aber etwas vom Zentralabitur und einer Prüfung im eigenen Bundesland. Ich finde Deine Kritik an diesem Punkt daher nicht sonderlich angebracht, denn Du kannst nicht erwarten das die ILS etwas zum Prüfungsablauf und -inhalt in Deinem Bundeland xyz sagen kann, wenn sie doch speziell auf das Hamburger Nichtschüler-Abitur vorbereiten. Wenn ich die Beiträge vergleiche, bekomme ich eher das Gefühl, Du wolltest das Abi schnellstmöglich durchziehen, EAs sparen, Hefte auslassen usw. Es wird auch keinen erfolgreichen Fernabiturienten geben, der sich in allen Fächern ausschließlich mit den ILS-Heften vorbereitet hat. Auch wenn einige Hefte überaltet sein mögen, jeder Fernschüler sollte in der Lage sein, sich in der sek II mittels Sekundärliteratur (Bücher, Bibliothek, Internet) auf dem Laufenden zu halten.

Viele Grüße,
Jörg



_________________
Im Sommer 2005 habe ich den Entschluss getroffen, das Abitur nachzuholen. Ich habe Anfang Oktober 2005 mit dem 2. Einstieg (36 Monate) begonnen. 2009 war es endlich soweit: Nach 50 Monaten konnte ich am 03.12.2009 erfolgreich das Abitur abschließen.
Offline Profil ICQ
BeitragVerfasst: Mi 13.01.2010 14:17
Schaut mal vorbeiSchaut mal vorbeiBeiträge: 16Registriert: Do 13.08.2009 18:05
Hallo Longlife,

danke für deine Impressionen. Einige Gedanken dazu.

Fragen der Fachlehrer betragen bei mir eigentlich immer nur bestimmte Formulierungen in den Lehrheften. Manches ist stellenweise nicht verständlich geschrieben.
Habe das dann allerdings auch gelassen und die betreffenden Stellen anders angegangen.

Bezüglich möglicher Prüfungsinhalte:
Der Teil Verhaltenslehre war bei mir noch in den Lehrheften enthalten. Leider. Geprüft worden wäre er nicht mehr, er wurde komplett durch Neurophysiologie ersetzt.

Ich denke dahingehend hatte ich massiv Pech: ich habe genau zu einer Zeit angefangen, als die Lehrpläne im Umbruch waren.
Die Lehrbriefe enthielten noch alten Stoff, während ich an der Abendschule den entsprechend neuen Stoff gelernt habe.
Das wäre sicher ne interessante Prüfung geworden, am Ende des Fernabis ;).

Zitat:
Der (Abend-)Schüler muss kontinuierlich Spitzenleistungen bringen, um auf dem Abschluss-Zeugnis eine 1 zu erhalten.

Zitat:
Ich muss nur 4-5 Stunden (Klausurteil), manchmal sogar nur 30 Minuten (mündlicher Prüfungsteil) Bestleistungen bringen - und ich hab die 12, 13, 14 oder – im Idealfall - 15 Punkte.

Ja und ja.
Jedoch und jedoch:
[Abendschule] Auch wenn man mal ne Stunde im Unterricht nichts sagt, kann man noch 15 Punkte in einem Fach kriegen.
[Fernabi] Hat man einen bitterschwarzen Tag, kann alles nach hinten losgehen.
Beides jedoch "kann"-Fragen.

Zitat:
Auch vermeintliche Nachteile lassen sich also – wenn man es richtig anstellt – in einen Vorteil ummünzen.

Richtig. So wie an einer Tages- oder Abendschule auch.
Hat alles seine Daseinsberechtigung.

Zitat:
Und auch die "1 vorm Komma" ist für Externe machbar, wie einzelne Fernschüler/innen bereits in der (jüngeren) Vergangenheit bewiesen haben (im letzten ILS-Prüfungsjahrgang gab es zwei Teilnehmer/innen, die Notendurchschnitte von 1,0 bzw. 1,2 erzielten).

Richtig: das ist aber erst seit neustem so.
Als ich damals angefangen habe, sagte man mir, das beste Externe war zu diesem Zeitpunkt eine 1,7.
Aber da scheint ein Wandel im Gang zu sein. Womöglich verbessert sich auch die Qualität des Fernabiturs, da den Fernschulen der Zulauf fehlt (wegen bisher zu hoher Abbrecher- und Durchfallerquoten). Aber das ist nur ne Vermutung.
In jedem Falle werden die Ergebnisse besser, das stimmt.

Zitat:
Natürlich ist dies nicht jedem möglich. Und man muss sehr viel dafür tun. Aber das müssen (Abend-)Gymnasiasten ebenfalls.

Genau.
Ich hatte zwar an der Abendschule weniger Stress im Insgesamten, da ich vor allem für Deutsch und PW praktisch nichts tun musste in meiner Freizeit, aber das liegt eher an einem sehr guten Allgemeinwissen und ist nicht der Regelfall.
Für 1er muss man eigentlich an jeder Schule büffeln und auch freiwillige Leistungen bringen (Vorträge, Facharbeiten).


Hallo Jörg,

zu deinem Beitrag:

Zitat:
Auch wenn einige Hefte überaltet sein mögen, jeder Fernschüler sollte in der Lage sein, sich in der sek II mittels Sekundärliteratur (Bücher, Bibliothek, Internet) auf dem Laufenden zu halten.

Keine Frage. Ist im Studium ja nicht anders.

Zitat:
Wenn ich die Beiträge vergleiche, bekomme ich eher das Gefühl, Du wolltest das Abi schnellstmöglich durchziehen,

Absolut korrekt.

Deswegen bin ich auch an die Abendschule gewechselt, weil es zeitlich letztlich dann doch schneller ging.

Gegenfrage:
Aus welchem Grunde sollte IRGENDJEMAND den WUNSCH haben, es sich schwerer zu machen als NÖTIG? - Abendschüler genauso wie Fernabiturienten und Tagesgymnasiasten.


Offline Profil E-Mail senden Website besuchen
BeitragVerfasst: Do 14.01.2010 08:39
Weiss BescheidWeiss BescheidBeiträge: 83Wohnort: FreisingRegistriert: Do 11.08.2005 09:56
Hallo Ratford,

das Abi möchte letztlich jeder schnellstmöglich durchziehen. Wenn dies allerdings dann darauf hinausläuft EAs auszulassen oder abzuschreiben, Kapitel zu überspringen oder vermeintlich unnötige Hefte wegzulassen, dann ist das Scheitern früher oder später vorprogrammiert. Insofern kannst Du froh sein, dass Du schon nach 2 Jahren gemerkt hast, dass Du so nicht weiterkommst. Allerdings hätte Dir vorher schon klar sein müssen, dass das Fernabi der wesentlich unbequemere und langsamere Weg gegenüber einem Abendgym ist. Ich meine, die Abendschule gab es doch sicher auch damals schon? Auch das höhere Kosten anfallen, sollte vorher schon klar sein.
Nichtsdestotrotz dürfte es für jeden potentiellen Fernabiturienten interessant sein, auch einmal einen kritischen Bericht in diesem Forum zu lesen. Letztlich hilft dies, sich gedanklich intensiver mit der Entscheidung auseinanderzusetzen.

Viele Grüße,
Jörg



_________________
Im Sommer 2005 habe ich den Entschluss getroffen, das Abitur nachzuholen. Ich habe Anfang Oktober 2005 mit dem 2. Einstieg (36 Monate) begonnen. 2009 war es endlich soweit: Nach 50 Monaten konnte ich am 03.12.2009 erfolgreich das Abitur abschließen.
Offline Profil ICQ
BeitragVerfasst: Do 14.01.2010 10:23
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 348Registriert: Di 26.06.2007 00:15
Jörg hat geschrieben:
Hallo Ratford,

Allerdings hätte Dir vorher schon klar sein müssen, dass das Fernabi der wesentlich unbequemere und langsamere Weg gegenüber einem Abendgym ist.


Hallo!

Langsamer mag sein. Unbequemer nicht unbedingt. Immerhin ist man auf dem Abendgymnasium einem Klassen- bzw. Kursverband unterstellt und an feste (Unterrichts-)Zeiten gebunden, was wiederum mehr "Druck" bedeutet. Und was, wenn z.B. Überstunden im Betrieb anfallen und man dadurch die Schule nicht in der gebotenen Regelmäßigkeit besuchen kann? Ich denke, dann würde man sehr schnell abgehängt werden - oder aber zumindest ebenfalls sehr lange brauchen. Natürlich gibt es auch Einrichtungen des 2. Bildungsweges in Tagesform (z.B. Kollegs). Aber wer ist schon beruflich und finanziell in der Lage, den Job an den Nagel zu hängen, nur um weiter die Schulbank zu drücken?

Der Vorteil der Abendschule scheint mir vielmehr darin zu liegen, dass das Ganze dort sehr schulisch ausgerichtet ist. Dies schließt z.B. auch die Anerkennung von erbrachten Vorleistungen (Vorzensuren) mit ein. Außerdem wird man von Lehrern geprüft, die man kennt. Und man hat in der eigentlichen Abiturprüfung weniger Fächer. Nicht zuletzt deshalb sind die Durchfallerquoten auf den (Abend-)Gymnasien sehr niedrig (die Abbrecherquote düfte allerdings auch dort nicht unerheblich sein). Wer es bis zur (abend-)gymnasialen Abschlußprüfung schafft, der besteht diese zu 98% auch. Bedenken wir jedoch: Die Abendgymnasien sind in staatlicher Trägerschaft. Die können sich überhaupt keine hohen Durchfallquoten erlauben, weil andernfalls die Mittel gekürzt werden würden und sie auch sonst schlecht dastünden. Die Fernlehrinstitute sind private Einrichtungen und können die Prüfung ihrer Teilnehmer nicht selbst abnehmen. Allein schon deshalb hinken solche Vergleiche.

Ein Positivum am Fernunterricht: Man lernt doch viele Dinge, was Lernorganisation usw. betrifft. Direktunterricht vermittelt das nicht in dem Maße. Auch einer der Gründe dafür, warum etliche (Schul-)Abiturienten später im Studium ein böses Erwachen erleben, wie die hohe Zahl von Studienabbrechern beweist. In anderen Ländern, in denen der Fernunterricht eine größere Rolle spielt als in Deutschland (vor allem im skandinavischen Raum) gibt es übrigens entsprechende Untersuchungen. Demnach sind Fern-Abiturienten regulären Schul-Abiturienten später an den Hochschulen oft sogar überlegen. Sie erzielen an den Unis bessere Noten, ziehen ihr Studium in der Regel durch - und sie erreichen auch schneller den Abschluß.

Beste Grüße
Markus ("longlife") 8)



_________________
"Genie ist zu 1% Inspiration und zu 99 % Transpiration."
(Edison)
Offline Profil
BeitragVerfasst: Do 14.01.2010 11:19
Schaut mal vorbeiSchaut mal vorbeiBeiträge: 16Registriert: Do 13.08.2009 18:05
Hallo Jörg,

wie meinem Bericht zu entnehmen ist, habe ich ja eben recht schnell gemerkt, dass es nichts bringt Hefte zu überspringen oder Aufgaben auszulassen.
Ich wollte es, es ging aber nicht.
Und da es nicht ging, hätte ich nach 2 Jahren eben noch mindestens 2 Jahre gebraucht (bis zur Prüfung) und bin deshalb dann an die Abendschule gewechselt, weil es zeitlich kaum einen Unterschied machte, aber ich mir sicher war, dass es an der Abendschule im Ergebnis besser ausfällt.

Zitat:
Letztlich hilft dies, sich gedanklich intensiver mit der Entscheidung auseinanderzusetzen.

Wäre schön, dass es jemandem nützt :).


Hallo Markus,

Zitat:
Und was, wenn z.B. Überstunden im Betrieb anfallen und man dadurch die Schule nicht in der gebotenen Regelmäßigkeit besuchen kann?

Dann gibt es Abzüge in den Noten für Mitarbeit.
(An den Abendschulen ist es so, dass man die volle Notenpunktzahl in der Mitarbeit nur erreichen kann, wenn man regelmäßig da ist.
Regelmäßig heißt: einige Tage im Semester fehlen ist kein Problem; passiert; ansonsten aber sollte man nicht mehr als etwa 8 Tage pro Semester fehlen.
Wir haben ein paar Leute, bei denen das der Fall ist - je nach Anzahl der Fehltage, gibt es dann ein paar Punkte Abzug von der Gesamtwertung; 1er auf dem Zeugnis kann man trotzdem noch schreiben - und Stoff verpassen ist nicht ganz so dramatisch wie es scheint; mit Ausnahme von Mathematik)


Zitat:
Dies schließt z.B. auch die Anerkennung von erbrachten Vorleistungen (Vorzensuren) mit ein.

Gibt es nicht.
Es zählen nur die an der Schule erbrachten Leistungen.
Oder in manchen Fällen ... die Nichtleistungen :D.

Zitat:
Nicht zuletzt deshalb sind die Durchfallerquoten auf den (Abend-)Gymnasien sehr niedrig (die Abbrecherquote düfte allerdings auch dort nicht unerheblich sein)

Kommt drauf an.
In Mathe sind die Durchfallerquoten in Klausuren recht hoch. Irgendwie schaffen es die Leute dann allerdings doch noch, das Abitur zu bestehen.

Aber was nützt einem ein schlechtes Abi?
Gar nichts.

Aber fairerweise muss man sagen: einige Leute an der Abendschule sind stinkend faul. Sie erwarten, dass man ihnen den Stoff auf nem Silbertablett serviert und versuchen sich irgendwie durchzuwinden.
Am Ende haben Sie dann ein 2,9er Abi, mit dem sie erstmal 3847384638946389463894646 Wartesemester einlegen müssen, bevor sie irgendwas studieren können.


Offline Profil E-Mail senden Website besuchen
BeitragVerfasst: Do 14.01.2010 11:23
Weiss BescheidWeiss BescheidBeiträge: 83Wohnort: FreisingRegistriert: Do 11.08.2005 09:56
Hallo Markus,

unbequem meinte ich aber auch dahingehend, dass man nach einem langen Arbeitstag jedes Mal aufs Neue den inneren Schweinehund überwinden muss, um alleine die Hefte aufzuschlagen und zu lernen, auch wenn man keine Lust hat. Das gleiche gilt auch bei den Einsendeaufgaben. Ich mag da gar nicht mehr an das Gefühl denken am Wochenende 1, 2 oder 3 schreibintensive EAs in SoKu, Geschichte, Geographie, Englisch oder Französisch vor mir zu haben. Das verlangt schon eine Menge Selbstdisziplin, das über Jahre durchzuziehen. Für sein späteteres Leben kann man da natürlich schon viel Positives mitnehmen, gar keine Frage!! Beim Abendgym hat man in einer Gruppe natürlich auch den Vorteil sich gegenseitig motivieren zu können!! Ich bin daher froh, dass ich über Jahre einen Mailkontakt mit einer anderen ILS-fernabiturientin hatte, mit der ich mich gegenseitig motivieren konnte.

Viele Grüße,
Jörg



_________________
Im Sommer 2005 habe ich den Entschluss getroffen, das Abitur nachzuholen. Ich habe Anfang Oktober 2005 mit dem 2. Einstieg (36 Monate) begonnen. 2009 war es endlich soweit: Nach 50 Monaten konnte ich am 03.12.2009 erfolgreich das Abitur abschließen.
Offline Profil ICQ

Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach:

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Seite 1 von 3
37 Beiträge
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Nächste
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste
Suche nach:
Ein neues Thema erstellen  Auf das Thema antworten
Gehe zu:  
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
cron
Protected by Anti-Spam ACP