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<  Tipps und Erfahrungsberichte  ~  Abitur per Abendgymnasium oder Fernabitur?!

BeitragVerfasst: Sa 23.10.2010 15:07
Neu hierNeu hierBeiträge: 3Registriert: Sa 23.10.2010 14:28
Also,

ich möchte mein Abitur nachholen, entweder per Abendgymnasium, BOS oder Fernabitur. Bei den anderen beiden muss ich mich erst hocharbeiten, muss erst Ausbildungen machen, arbeiten um mich anmelden zu können.

Mein einziger Vorteil an der Fernschule ist, dass ich sofort beginnen könnte, wenn man des Geld und die Eigeninitiative dazu hat. Die Eigeninitiative habe ich durchaus, bin mir aber noch unsicher, ob ich Geld dafür ausgeben soll, oder lieber warten soll.

Ich möchte in 24 Monaten dann mein Studium beginnen, falls ich das Abitur in der Tasche haben, und hoffe, obwohl 30 Monate vorgegeben sind, das auch irgendwie möglich wären.

Ich zweifle einfach noch am Schulstoff, und denke mir, wenn ich mich jetzt einfach so anmelde und unzufrieden bin, dass ich abgezockt bzw. von der Akademie nicht ernst genommen werde. Ich habe immer viel Fragen im Unterricht und für mich ist eigentlich der Kontakt zum Lehrer sehr wichtig.

Genau hier liegt für mich der Nachteil, sprich: man zahlt und zahlt, und am Ende des Tages ist man unzufrieden weil mich Fragen quälen, die einfach unbeantwortet bleiben bzw. missverstanden werden können.

Wisst ihr wo ich mich hinwenden könnte bei meinen Zweifeln? Ich habe mich bereits bei so gut wie allen Fernakademien informiert und jeder macht da natürlich Werbung für sich selber, und ja, man möchte unbedingt sein Abi haben, aber bekommt man es am Schluss?!

Kann mich hier irgendwer verstehen?


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BeitragVerfasst: Sa 23.10.2010 16:42
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 629Wohnort: NRWRegistriert: Di 13.03.2007 16:12
Hallo joella90,

joella90 hat geschrieben:
Ich möchte in 24 Monaten dann mein Studium beginnen, falls ich das Abitur in der Tasche haben, und hoffe, obwohl 30 Monate vorgegeben sind, das auch irgendwie möglich wären.


Die vorgegebenen 30 Monate sind NUR die Lernzeit, man kann ca. ein 3/4 Jahr (mindestens aber ein halbes Jahr) von Moment des "letzten Heftes" bis zum Abiturzeugnis rechnen. Von daher halte ich 24 Monate bis zum Studienbeginn für eher unwahrscheinlich.

joella90 hat geschrieben:
Ich zweifle einfach noch am Schulstoff, und denke mir, wenn ich mich jetzt einfach so anmelde und unzufrieden bin, dass ich abgezockt bzw. von der Akademie nicht ernst genommen werde. Ich habe immer viel Fragen im Unterricht und für mich ist eigentlich der Kontakt zum Lehrer sehr wichtig.

Genau hier liegt für mich der Nachteil, sprich: man zahlt und zahlt, und am Ende des Tages ist man unzufrieden weil mich Fragen quälen, die einfach unbeantwortet bleiben bzw. missverstanden werden können.

Wisst ihr wo ich mich hinwenden könnte bei meinen Zweifeln? Ich habe mich bereits bei so gut wie allen Fernakademien informiert und jeder macht da natürlich Werbung für sich selber, und ja, man möchte unbedingt sein Abi haben, aber bekommt man es am Schluss?!


Das Fernabitur erfordert eine ganze Menge an Eigeninitiative. Man kann sich nicht mit jeder noch so kleinen Frage an den Lehrer wenden, zumindest nicht wenn man schnell fertig sein möchte. Wenn Du ohne Lehrer das Abitur nicht schaffen kannst, dann ist das Fernabi wohl eher nichts für Dich.

Ich habe mich bisher von meinem Institut noch nie abgezockt oder nicht ernstgenommen gefühlt und ich bin mit den Fernlehrern - sowohl bei den Kommentaren der Einsendeaufgaben als auch bei den Rückfragen zum Lernstoff die ich bisher gestellt habe - sehr zufrieden, aber ich wende mich auch eher selten an das Institut. Im Fernabi ist das Internet Dein bester Freund.

Meiner Meinung nach wird das dadurch erworbenen hohe Maß an Eigenständigkeit im Studium ein riesengroßer Vorteil sein.

LG Jennie



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BeitragVerfasst: So 24.10.2010 13:56
Neu hierNeu hierBeiträge: 3Registriert: Sa 23.10.2010 14:28
Danke an jeanie für die schnelle Rückmeldung!

Hast du dein Abitur selber schon? Welchen der drei Einstiegsmöglichkeiten hast du gewählt und wie lange hast du dafür gebraucht? Wie lange musstest du täglich lernen? Gibt es trotzdem die Möglichkeit "vor"zustudieren?! Also, irgendwelche Kurse an Uni's die man belegen kann, um sich einfach mal neben der Abiturprüfung, sich auf die Uni vorzubereiten?

Kannst du mir ungefähr beschreiben, wie dein täglicher Arbeitsablauf aussieht, und welche Schwierigkeiten du beim Abitur siehst?

Also, ich würde mich einfach mal im allgemeinen für deine persönliche Erfahrung interessieren.

Ich habe persönlich vor zwei Jahren meine Mittlere Reife knapp bestanden, 3,5 Notendurchschnitt in den Fächern Mathe, Deutsch, Englisch. Muss aber auch dazusagen, dass ich mich im Abschlussjahr habe total gehen lassen, auf den Punkt gebracht habe ich wöchentlich geschwäntzt und war immer nur zwei Tage höchstens wöchentlich anwesend. Soviel zum Notendurchschnitt. Mein Umfeld glaubte, ich würde durchfallen, auch ich glaubte das von mir selber, weil es mir einfach nicht wichtig war, bis zu den Prüfungswochen. Da habe ich mich hingesetzt, weil ich mir dachte, *mal sehen ob ich es doch noch irgendwie schaffe. Es glaubt sowieso keiner an dich, also ist es egal was du jetzt noch tust*. Also habe ich meine zehn Jahre Schule somit hinter mich gebracht, selbstständig meistens, weil meine Eltern immer beruflich eingespannt waren, und ich immer auf mich gestellt war, was auch nicht leicht war. Aber trotzdem zehn Jahre ohne Wiederholung zu machen, darauf war man schon stolz. Aber irgendwie ist mir jetzt die MR nicht genug! Ich will studieren...

Deswegen freue ich mich einfach mal auf weitere Tipps von jedem von euch! Was meinst du damit, dass du dich nie an das Institut wendest?! Ich meine, es ist doch sowas wie die Grundlage des Instituts, dass die Schüler sich 100% auf sie verlassen können, dass die Aufgaben und Korrekturaufgaben zeitlich genau ankommen, so dass der Schüler 100% Service genießt, wofür er selber auch blecht (also, Jobs und Lernen). Ich finde, die Lehrer, und die Erfahrung die ich so raushöre von anderen, sind in ihrem Service und in ihrer Hingabe eben zum Fernschüler nicht so ideal, kann das sein?! Würdest du etwas anderes machen, wenn du jetzt die Chance dazu hättest? Was hälst du vom Abendgymnasium?


Liebe Grüße und ich freue mich von dir/euch zu hören!

Ciao, Joelle!


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BeitragVerfasst: So 24.10.2010 14:42
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 629Wohnort: NRWRegistriert: Di 13.03.2007 16:12
joella90 hat geschrieben:
Danke an jeanie für die schnelle Rückmeldung!

Hast du dein Abitur selber schon? Welchen der drei Einstiegsmöglichkeiten hast du gewählt und wie lange hast du dafür gebraucht? Wie lange musstest du täglich lernen? Gibt es trotzdem die Möglichkeit "vor"zustudieren?! Also, irgendwelche Kurse an Uni's die man belegen kann, um sich einfach mal neben der Abiturprüfung, sich auf die Uni vorzubereiten?


Ich werde mein Abitur voraussichtlich nächstes Jahr ablegen, habe es also noch nicht. Ich habe den 2. Einstieg gewählt und werde bei Bestehen 7 Jahre gebraucht haben. In der Zeit habe ich anfangs Vollzeit gearbeitet, dann ein Haus gebaut und 2 Kinder bekommen. Daher war es sehr unterschiedlich wieviel ich täglich/wöchentlich gelernt habe. Momentan lerne ich im Idealfall pro Woche ca. 25-30 Stunden, kommt auf meine Kinder an.

joella90 hat geschrieben:
Kannst du mir ungefähr beschreiben, wie dein täglicher Arbeitsablauf aussieht, und welche Schwierigkeiten du beim Abitur siehst?

Also, ich würde mich einfach mal im allgemeinen für deine persönliche Erfahrung interessieren.


Würde Dir mein täglicher Ablauf wirklich was bringen? Du könntest doch Vollzeit ohne Kinder lernen, das ist so ganz anders als mein Alltag.

Die Schwierigkeiten vom Fernabitur? Den eigenen Schweinehund zu besiegen (immer und immer wieder aufs neue), die Möglichkeit sich über einen langen Zeitraum selbst zu motivieren und diszipliniert zu arbeiten, ehrlich zu sich selbst zu sein und sich nichts vorzumachen, notfalls auch auf Freunde und Familie zu verzichten und eine hohe Frustrationsgrenze sind notwendig.

joella90 hat geschrieben:
Ich habe persönlich vor zwei Jahren meine Mittlere Reife knapp bestanden, 3,5 Notendurchschnitt in den Fächern Mathe, Deutsch, Englisch. Muss aber auch dazusagen, dass ich mich im Abschlussjahr habe total gehen lassen, auf den Punkt gebracht habe ich wöchentlich geschwäntzt und war immer nur zwei Tage höchstens wöchentlich anwesend. Soviel zum Notendurchschnitt. Mein Umfeld glaubte, ich würde durchfallen, auch ich glaubte das von mir selber, weil es mir einfach nicht wichtig war, bis zu den Prüfungswochen. Da habe ich mich hingesetzt, weil ich mir dachte, *mal sehen ob ich es doch noch irgendwie schaffe. Es glaubt sowieso keiner an dich, also ist es egal was du jetzt noch tust*. Also habe ich meine zehn Jahre Schule somit hinter mich gebracht, selbstständig meistens, weil meine Eltern immer beruflich eingespannt waren, und ich immer auf mich gestellt war, was auch nicht leicht war. Aber trotzdem zehn Jahre ohne Wiederholung zu machen, darauf war man schon stolz. Aber irgendwie ist mir jetzt die MR nicht genug! Ich will studieren...


Meiner Meinung nach sind die Vorkenntnisse nicht entscheidend. Es wird viel wiederholt meist auch tiefergehend als in der Schule, man baut sich eine solide Wissensbasis auf.

joella90 hat geschrieben:
Deswegen freue ich mich einfach mal auf weitere Tipps von jedem von euch! Was meinst du damit, dass du dich nie an das Institut wendest?! Ich meine, es ist doch sowas wie die Grundlage des Instituts, dass die Schüler sich 100% auf sie verlassen können, dass die Aufgaben und Korrekturaufgaben zeitlich genau ankommen, so dass der Schüler 100% Service genießt, wofür er selber auch blecht (also, Jobs und Lernen). Ich finde, die Lehrer, und die Erfahrung die ich so raushöre von anderen, sind in ihrem Service und in ihrer Hingabe eben zum Fernschüler nicht so ideal, kann das sein?! Würdest du etwas anderes machen, wenn du jetzt die Chance dazu hättest? Was hälst du vom Abendgymnasium?


Liebe Grüße und ich freue mich von dir/euch zu hören!

Ciao, Joelle!


Ich wende mich nicht gar nicht an das Institut, aber eher selten. Die Zeitdauer der Korrekturen ist immer ein Thema das kontrovers diskutiert wird, bei mir dauert es idR 5 Tage - 4 Wochen bis eine Einsendeaufgabe korrigiert zu mir zurück kommt. Ich komme damit gut klar denn ich bearbeite in der Wartezeit einfach andere Fächer.
Der Service der ILS ist meiner Erfahrung nach sehr gut. Ich fühle mich gut aufgehoben, Du wirst aber auch unendlich viele Fernschüler finden, die das Gegenteil behaupten und haarsträubende Geschichten erzählen. Das ist bei jedem Institut so.
Ich habe bisher ein paar Mal Fragen an die Fachlehrer gestellt, entweder zu Sekundarliteratur, einem behandelten Thema das ich nicht verstanden habe oder auch Empfehlung für bessere Arbeiten oder einen LK. Ich habe immer - wirklich immer - umfangreiche und freundliche Antworten bekommen. Auf manche habe ich keine 5 Stunden gewartet (per Mail) auf andere schon mal 2-3 Wochen (per Post). Deshalb frage ich idR nicht bei inhaltlichen Themen, weil ich nicht so lange warten möchte bevor ich mit dem Heft weiter machen kann. Das Internet ist einfach viel schneller.
Der Telefonservice ist für mich unerheblich da ich meist nach 20 Uhr lerne. Vorher habe ich zwei Kinder um die Beine, da könnte ich mich nicht auf Polynomdivision oä konzentrieren. :wink:

Ich wäre lieber auf die Abendschule gegangen, die Möglichkeit hat sich für mich aber nicht gegeben (wegen meiner Arbeitszeiten). Rückblinkend würde ich die Entscheidung für das Fernabitur und die ILS aber nochmal treffen.

LG Jennie



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BeitragVerfasst: So 24.10.2010 20:02
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Hallo joella90!

Ich bin zwar mit meinem Fernlehrinstitut (ILS) auch recht zufrieden, denke aber, dass Fernunterricht vor allem für jene Leute interessant ist, die wirklich keine andere Möglichkeit zum (nachträglichen) Erwerb des Abiturs sehen.

Der Vorteil am Abendgymnasium ist, dass der Unterricht dort sehr schulisch verläuft, man also nicht auf sich allein gestellt ist. Ich hätte ausbildungsmäßig, altersmäßig und beruflich die Voraussetzungen für eine Abendschule erfüllt, hätte aber aufgrund meiner Arbeitszeiten (Wechselschicht, Überstunden usw.) dennoch kein Abendgymnasium besuchen können. Außerdem: Auch der Besuch eines Abendgymnasiums dauert in der Regel 3-4 Jahre. Das ist eine relativ lange Zeit, während der private oder berufliche Veränderungen eintreten können, die einen zwingen, den Schulbesuch an den Nagel zu hängen. Im Fernunterricht ist man unabhängig. Würde ich z.B. heute ins Ausland gehen, könnte ich auch von dort meinen Lehrgang weiter betreiben. Die Freiheiten stellen gleichzeitig allerdings auch hohe (!) Anforderungen an Deine Disziplin, Dein Durchhaltevermögen und Deine Fähigkeit zum selbständigen Lernen. Wenn Du jemand bist, der gelegentlich etwas "Druck" braucht, dann ist das (Abend-)Gymnasium aus meiner Sicht der bessere Weg.

Ganz allgemein lässt sich sicher sagen, dass der Weg des Fernunterrichts der schwierigste aller Wege zum Abitur ist. Vorteil: Man lernt bei der Gelegenheit auch viele Dinge über Selbstorganisation usw.; das kann sich später bezahlt machen - wenn man z.B. studiert oder wenn es irgendwie darum geht, sich Wissen weitgehend eigenverantwortlich anzueignen. Im Direktunterricht lernst Du solche Sachen nicht, jedenfalls nicht in dem Maße.

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