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<  Tipps und Erfahrungsberichte  ~  Abitur in 12 Monaten - so funktioniert's

BeitragVerfasst: Mo 13.06.2011 17:49
Neu hierNeu hierBeiträge: 7Registriert: Mo 13.06.2011 15:58
Ich habe zu Beginn des letzten Jahres mit den Vorbereitungen für das externe Abitur begonnen und habe nun seit einigen Tagen meine Bescheinigung für die Allgemeine Hochschulreife schwarz auf weiß.

Da dies hier ein Forum für externe Abiturienten ist, die sich mit Hilfe eines Institutes vorbereiten, sei eines an dieser Stelle gesagt - ich habe mich selbstständig auf die Abiturprüfungen vorbereitet, nachdem ich dem ILS rund 800 Euro in den Rachen geworfen und festgestellt hatte, dass die erbrachten Leistungen das Geld nicht Wert sind. Ich kann nur jedem dringend empfehlen, sich über eine selbstständige Vorbereitung auf die externe Prüfung zu informieren, bevor man sich dafür entscheidet, mehrere tausend Euro in die Vorbereitung auf einen Schulabschluss zu investieren, die man unter gewissen Voraussetzungen sehr viel günstiger und vor allem schneller haben kann.

Die Gründe für den nachträglichen Erwerb des Abiturs sind sehr individuell, die meisten möchten wahrscheinlich studieren. Mir persönlich wurden vom Land Berlin alle erdenklichen Steine in den Weg geworfen, sodass mir nur der Weg über die externe Prüfung blieb. Hätte ich die Möglichkeit bekommen, auf ein Kolleg zu gehen, hätte ich diese damals wahrgenommen, auch wenn das Abitur dann ein Jahr länger gedauert hätte. Inzwischen bin ich ganz froh, dass es so gekommen ist und möchte andere ermutigen, diesen doch eher ungewöhnlichen Weg zu gehen, sei es nun freiweillig oder nicht.
Prinzipiell denke ich, dass es so ziemlich jedem möglich ist, sich selbstständig auf die externen Prüfungen vorzubereiten, wenn einige grundlegende Dinge vorhanden sind:

Motivation
Warum auch immer es unbedingt das Abitur sein muss, ohne einen konkreten Grund wird es des Öfteren schwer werden, sich hinzusetzen und zu lernen. Auch wenn ich den ein oder anderen erfolgreichen externen Abiturienten kennengelernt habe, der mit seinem Abitur nichts anzufangen weiß - das Streben, mein Wunschstudium unbedingt aufnehmen zu wollen, hat mich am Leben gehalten. Ich habe mir den Stundenplan des ersten Semesters über den Schreibtisch geheftet, habe mich bei Motivationsproblemen in Fachforen rumgetrieben und mich täglich daran erinnert, wofür ich mir den Stoff ins Hirn prügel. Die Tatsache, mein Ziel zeitnah erreichen zu können hat mich ebenfalls ein ganzes Stück weitergebracht. 12 Monate sind greifbar, im Gegensatz zum ILS-Lehrgang, bei dem man dann irgendwann feststellt, noch 100 Hefte vor sich zu haben.
Kurz: die Motivation muss stark genug sein, um auch tiefe Täler überwinden zu können

Durchhaltevermögen
Das ist etwas, was man auch außerhalb der Abiturprüfungen gut gebrauchen kann. Allerdings gibt es Menschen, die dazu neigen, schnell aufzugeben und jede Hürde als unüberwindbares Hindernis anzusehen. Ich war am Anfang meiner Vorbereitung auch so jemand. Die zweite Fremdsprache in Eigenregie lernen? Unmöglich! Mathe ohne fremde Hilfe verstehen? Bei der Vorbereitung des Projekts 'Abitur' bin ich auf einige Probleme gestoßen, die mich daran zweifeln ließen, die Vorbereitung auch alleine durchziehen zu können. Letztendlich waren es Absolventen, die mir zu verstehen gaben, dass es für jedes Problem Lösungsmöglichkeiten gibt, wenn man sich nicht von jeder Kleinigkeit von seinem Ziel abbringen lässt. Man muss sich zwingen können, sich hinzusetzen und zu lernen, auch wenn einem gerade tausend Dinge einfallen, die man stattdessen tun könnte. Man darf sich von Rückschlägen auf keinen Fall entmutigen lassen.
Wenn das die ersten Wochen schwerfällt und vielleicht nicht immer funktioniert, ist das noch kein Grund zur Panik. Allerdings muss man sich dieses Durchhaltevermögen so schnell wie möglich aneignen, wenn man Erfolg haben will.

Die richtige Lerntechnik
Während meiner Schulzeit habe ich mir darüber nie Gedanken gemacht. Inzwischen ist mir bewusst, dass die richtige Lerntechnik ein entscheidener Schlüssel zum Erfolg ist. Um die richtige Lerntechnik für sich zu finden, sollte man zunächst wissen, welcher Lerntyp man ist. Dazu gibt es im Internet kostenlose Testmöglichkeiten, vielleicht kommt man aber auch von selbst drauf. Ich bin ein visueller Lerntyp und zwar in jeder Hinsicht. Ich präge mir ganze Seitenlayouts unbewusst ein, kann sehr schnell Abbildungen & Tabellen auswendig lernen. In der Schule war das zum Beispiel insofern problematisch, dass die bei uns angewendete Abdeckmethode beim Vokabellernen Gift für mich war. Ich habe mir nicht das deutsche Wort eingeprägt, sondern das darunter stehende der Fremdsprache, wodruch völlig falsche Verknüpfungen in meinem Gehirn entstanden sind. Ich habe während meiner Vorbereitung Vokabeln mit Karteikarten gelernt und zwar mit dazugehörigen Bildern. Das hat sehr gut funktioniert, andererseits war eine andere Methode weniger erfolgreich - das hören der Vokabeln, zum Beispiel beim Autofahren. Das hat so gut wie gar nichts gebracht, entsprechend frühzeitig habe ich mich dagegen entschieden.
Über Lerntypen und Lerntechniken gibt es zahlreiche Bücher und Beiträge im World Wide Web, weshalb ich nicht weiter darauf eingehen möchte. Ich möchte hiermit nur darauf hinweisen, wie wichtig es ist, mit geeigneten Methoden zu lernen.

Vorkenntnisse
Braucht man die? Nunja, wenn das Abitur in einem Jahr über die Bühne gehen soll, sollte man denke ich den Mittleren Schulabschluss besitzen, Leute mit Hauptschulabschluss sollten ein Jahr länger einplanen, außer, sie können wirklich Vollzeit lernen. Jeder hat in irgendeinem Fach irgendwelche Kenntnisse, die bei der Vorbereitung von Vorteil sind. Wichtiger als inhaltliche Vorkenntnisse schätze ich im Nachhinein aber Kenntnisse über die Arbeitsweisen in der Schule ein. Meine Schulzeit ist noch nicht soo lange her, deshalb weiß ich, wie in der Oberstufe gearbeitet wird und das es manchmal einfach notwendig ist, dass zu lernen, was im Plan steht und nicht nach dem Warum zu fragen. Wer mit der Form der Aufgabenstellungen noch ein wenig vertraut ist, hat einen Vorteil, vor allem im Bereich der Gesellschaftswissenschaften und Deutsch. Inzwischen kann man sich aber über so ziemlich alles Bücher besorgen, zum Beispiel für die Quellenanalysen. Je nach Vorkenntnissen kann sich die Vorbereitungszeit auch drastisch verkürzen lassen. Wer fließend Englisch spricht und als Muttersprache beispielweise Spanisch, Russisch oder Französisch spricht, spart jede Menge Zeit. Das lässt sich im Prinzip auf jedes anderes Fach übertragen.
Fazit - Vorkenntnisse, auch durch Beruf oder Ausbildung, erleichtern die Vorbereitung natürlich. Im Endeffekt kann meiner Erfahrung nach aber alles mit Fleiß kompensieren.

Daneben muss man sich selbst organisieren können und vor allem mit Verwaltungsvorschriften und den Formulierungen der Rahmenlehrpläne zurecht kommen. War bei mir nie ein großes Problem, bei Fragen habe ich mich via eMail an die Senatsverwaltung gewandt und Werktags eigentlich immer innerhalb von 24 Stunden eine Antwort erhalten. Keine Angst vor den Behörden, auch da nur Menschen!



Ich habe mich gegen ein Institut und für die selbstständige Vorbereitung entschieden.
Wie fange ich an?

Zunächst einmal ist Bildung Ländersache, weshalb man sich auf der Homepage der Senatsverwaltung (heißt in anderen Bundesländern möglicherweise anders) des entsprechenden Bundeslandes informieren muss. Dort findet man dann hoffentlich sämtliche Rahmenlehrpläne für die Oberstufe sowie die Prüfungsordnung für externe Abiturienten. In Berlin gibt es zusätzlich eine Art Merkblatt, wo die wichtigsten Dinge zusammengefasst sind. Am besten überall Lesezeichen setzen, man wird sich im folgenden Jahr häufig damit auseinandersetzen müssen.
An dieser Stelle gleich der Hinweis - die Anmeldefristen sind in den meisten Bundesländern bereits im Herbst, d.h. man muss sich bis dahin für die Prüfung des Folgejahres angemeldet haben. Im Februar zu beschließen, sich in ein paar Wochen prüfen zu lassen, funktioniert glaube ich nirgendwo. Die Anmeldefrist notiert man sich am besten gleich und wirft einen Blick auf die Unterlagen, die beigefügt werden müssen. In Berlin, Brandenburg und Hamburg ist in jedem Fall eine Prüfungsgebühr zu entrichten, einige Bundesländer bieten die externe Prüfung kostenlos an. Unter bestimmten Umständen (BaFöG zum Beispiel) kann man sich befreien lassen. Hier in Berlin ist die Gebühr mit 100 Euro recht hoch. In jedem Fall darüber informieren, nicht, dass die Sache am Ende am fehlenden Geld scheitert.

Nachdem man also alle wichtigen Dokumente virtuell zusammengesucht hat, sollte man sich an die Fächerwahl machen. Nach Möglichkeit sollte sich an dieser Wahl im Zuge der Vorbereitung auch nichts mehr ändern. Natürlich kann es passieren, dass man feststellt, doch lieber was Anderes machen zu wollen. Aber ein halbes Jahr Fach x zu lernen und es dann doch wieder rauszuwerfen ist extrem ärgerlich. Wie die Fächerwahl auszusehen hat, kann man der Prüfungsverordnung oder der Verwaltungsvorschrift entnehmen. Tut euch einen Gefallen und lest ganz genau, ob eure Fächerkombination so zulässig ist. Seid ihr euch nicht zu 100% sicher, fragt bei der für euch zuständigen Behörde nach, ob das so in Ordnung geht. Denn diese Fächerwahl bestimmt euren Stundenplan für das nächste Jahr.

Nach dem Fächerwahl steht, muss man sich darüber informieren ob und welche Fächer zentral geprüft werden. Das ist sehr wichtig, denn auch als externer Abiturient nimmt man am Zentralabitur teil. Für das Zentralabitur gibt es dann in den jeweiligen Fächern noch gesonderte Hinweise und vor allem Schwerpunktthemen. Zumindest hier in Berlin kann das alles auf der Homepage eingesehen werden. In Deutsch werden beispielsweise die Lektüren festgelegt (stehen in Berlin zum Beispiel nicht im Rahmenplan!), die man für eine erfolgreiche Prüfung natürlich gelesen haben muss. Einige Bundesländer prüfen nur im schriftlichen Bereich zentral, andere richten auch die mündliche Prüfung nach den Vorgaben aus.

Ist das geklärt, kann man sich die Rahmenlehrpläne für die gewählten Fächer vornehmen. Die Seitenzahl hat übrigens nicht zwingend etwas mit der Schwierigkeit des Faches zu tun (ich sag' da nur Mathe vs. Geschichte...). Ob man sich den Kram ausdruckt, muss man selbst entscheiden. In Berlin geht so ein Plan schon mal an die 80 Seiten heran, weshalb ich darauf verzichtet habe. Normalerweise kann man sich die Rahmenlehrpläne auch gegen einen Kostenbeitrag zuschicken lassen. Wem jetzt auffällt, dass was ganz Anderes gelernt werden muss, als man erwartet hatte, sollte die Fächerwahl ggf. nochmal ändern. Ist zu dem Zeitpunkt noch kein Beinbruch.

Anhand der Rahmenlehrpläne habe ich mir meinen Lernplan erstellt. Bei 12 Monaten bietet sich die Einteilung der vier Kurshalbjahre in jeweils drei Monate an. Da ich nach hinten noch Luft für Prüfungsaufgaben haben wollte, habe ich die 12 Wochen auf jeweils 10 Wochen je Kurshalbjahr verkürzt. Hat sich im Nachhinein als gute Lösung herausgestellt, ein paar Aufgaben sollte man vorher schon bearbeitet haben.
Lernpläne sind ein Kapitel für sich. Sollte es da Fragen geben, kann ich gerne noch was dazu schreiben, ansonsten soll es da erstmal gewesen sein.

Da man nun ungefähr weiß, was man lernen muss, sollte man sich darum kümmern, geeignete Lektüre zu beschaffen. Das Märchen von externen Abiturienten, die Berge Bücher in ihrem Zimmer haben, kann ich nicht bestätigen. Ich habe beispielsweise für meine 14 Punkte im Biologie Leistungskurs genau zwei Bücher genutzt - den Campbell Biologie: Gymnasiale Oberstufe (gibt meiner Meinung nach kein besseres Buch für das Fach, schlägt die Hefte des ILS um Längen) und einen Prüfungstrainer. Inzwischen gibt es so viele gute Bücher für die Prüfungsvorbereitung auf dem Markt, dass die Beschaffung des Lernstoffes kein Problem sein sollte. Erfahrungen von anderen externen Abiturienten und die Bibliothek helfen zudem dabei, das richtige zu finden.



Mich hat mein Abitur übrigens rund 400 Euro inkl. der 100 Euro Prüfungsgebühr gekostet. Für Lektüre gibt es Bibliotheken, was ich mir gekauft habe, habe ich günstig gebraucht bekommen.
Meine Prüfungsfächer waren folgende:

Leistungskurse: Biologie & Deutsch
Grundkurse: Geschichte & Latein

mündlich: Chemie, Wirtschaftswissenschaften, Mathe, Englisch

Mein Abiturschnitt liegt bei 1,5, ein Studienplatz ist mir relativ sicher. Die Prüfungen waren allesamt fair, bei den Mündlichen hatte ich nicht den Eindruck, dass man versucht, irgendwelche unfairen Fragen zu stellen. Ich habe für die mündlichen Prüfungen nur den Stoff gelernt, den ich auch angegeben hatte (zwei Kurshalbjahre mit je einem Schwerpunktthema). Ein weiterer großer Vorteil gegenüber dem ILS - man lernt nur das, was man auch lernen muss. Wozu zwei Dutzend Hefte bearbeiten, wenn nur vier oder fünf für mich prüfungsrelevant sind? Absolute Zeitverschwendung! Die Prüfung dauert ca. 20 Minuten, da muss man kein Generalist sein, sondern nur über seine Themen Bescheid wissen. Für Geschichte habe ich auch nur ein großes Thema gelernt, nämlich NS & Zweiter Weltkrieg. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Abiturklausur weder NS noch Zweiter Weltkrieg zum Thema hat, geht denke ich gegen Null, hab zumindest in der Vorbereitung keine gesehen. Von Mittelalter und Franz. Revolution hab ich zum Beispiel gar keine Ahnung. Aber wen kümmert das? Man kann in Geschichte aus verschiedenen Themen wählen, warum also mehr als ein oder zwei Sachen lernen? Nach dem Studium interessiert sich niemand mehr für's Abitur, warum also mehr Zeit und Energie aufwenden als nötig?

Wer noch Fragen zum externen Abitur in selbstständiger Vorbereitung hat, kann sie mir gerne stellen.


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BeitragVerfasst: Mo 13.06.2011 19:27
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 348Registriert: Di 26.06.2007 00:15
Hallo Sebi!

Vielen Dank für Deinen umfassenden Bericht und herzlichen Glückwunsch zum glanzvoll bestandenen Abitur!

Allerdings betreibe ich meine Abiturvorbereitung neben einem Vollzeit-Job und da würde das mit den 12 Monaten nix werden - auch nach selbständiger Vorbereitung nicht, zumal ich nicht über gymnasiale Vorkenntnisse verfüge und die Schulzeit bei mir schon eine Weile her ist. 3 Jahre Prüfungsvorbereitung halte ich für Vollzeitbeschäftigte für ein Minimum, wenn man neben Beruf/Familie halbwegs gute Noten erzielen will. Bei mir sind's übrigens schon vier Jahre. Und ich bin immer noch nicht fertig. :wink:

Außerdem benötige ich eine Rückmeldung durch Fernlehrer/Korrektoren; d.h. ich bin auf Leute angewiesen, die meine Arbeiten kritisch begleiten.

8)


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BeitragVerfasst: Di 14.06.2011 09:16
Neu hierNeu hierBeiträge: 7Registriert: Mo 13.06.2011 15:58
Hallöchen longlife!

Ich habe das ganze Jahr über 'nebenbei' Teilzeit gearbeitet (30 Std.), ich glaube, die selbstständige Vorbereitung ist mit der des ILS irgendwie gar nicht zu vergleichen, denn man kann ja mit Sicherheit sagen, dass es ziemlich unmöglich, den kompletten Lehrgang, selbst beim 3. Einstieg, in einem Jahr zu bearbeiten (die Zeit für das Prüfungsprozedere beim ILS lasse ich jetzt mal außen vor).

Bist du mir den Korrekturen denn zufrieden? Die waren, neben den Lehrbriefen, ein weiterer entscheidener Grund für mich, den Lehrgang zu kündigen. Zufrieden war ich mit den Korrekturen in Englisch, da hat mein Fernlehrer nämlich wirklich jeden Satz gnadenlos zerpflückt. In Geschichte & Sozialkunde hingegen habe ich ausnahmslos in allen bearbeiteten EAs eine 1,0 (!) zurückbekommen. Einfach druntergekrizelt, keine Anmerkungen, nichts angestrichen, nirgendswo im Text ein Rotstift. Ich bin immerhin mit beiden Fächern bis in die Oberstufe gekommen, da bezweifel ich einfach mal, dass jede einzelne EA so brilliant war, dass eine glatte 1 gerechtfertigt wäre. Nie Rechtschreib- oder Zeichensetzungfehler angestrichen (immerhin kann es für selbige auch in der Abiklausur Notenpunktabzug geben). Solche Korrekturen sind imo auch nicht zu gebrauchen und den monatlichen Beitrag nicht Wert. Möglicherweise hatte ich einfach Pech, aber es ist ärgerlich.

Respekt für dein Durchhaltevermögen, ich hätte mich vermutlich niemals dazu motivieren können, meine Freizeit für mehrere Jahre für einen Schulabschluss zu opfern.


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BeitragVerfasst: Di 14.06.2011 12:10
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 348Registriert: Di 26.06.2007 00:15
Hallo Sebi!

Was gefiel Dir denn an den Lehrbriefen nicht? Mit Ausnahme der Mathe-Lehrbriefe finde ich die Hefte eigentlich ganz akzeptabel.

Lauter 1er hatte ich nur zu Beginn meines Lehrgangs. In der Tat hatte auch ich zu Beginn des Kurses den Eindruck, dass sehr großzügig bewertet wurde (vermutlich, weil das ILS seine neuen Teilnehmer anfangs nicht verschrecken bzw. bei guter Laune halten will). Aber ab dem zweiten/dritten Semester (habe den 1. Einstieg belegt) wurde dann schon strenger geurteilt. Mittlerweile ist es für mich fast unmöglich, in irgendeiner EA noch eine 1 zu bekommen.

Wie hast Du überhaupt Deinen Lernerfolg kontrolliert? Ganz ohne (Fern-)Lehrer dürfte das doch schwierig sein.

Und ja, eine Abiturvorbereitung im Fernunterricht zieht sich ganz schön in die Länge. Wenn ich mein Zeugnis in den Händen halte, werden insgesamt 5 Jahre verstrichen sein. Mir war allerdings von vornherein klar, dass das Fernabitur kein Turbo-Abitur ist.

Was machst Du denn jetzt mit Deinem druckfrischen Abitur? Möchtest Du studieren? Mit einem Schnitt von 1,5 hast Du ja viele Möglichkeiten offen.

8)


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BeitragVerfasst: Di 14.06.2011 22:42
Neu hierNeu hierBeiträge: 7Registriert: Mo 13.06.2011 15:58
Was mir an den Lehrbriefen nicht gefällt? Schwarz. Weiß. Wall of text.
Mal im Ernst, diese Lehrbriefe sind für einen visuellen Lerntyp eine Katastrophe, generell finde ich die Aufarbeitung nicht zeitgemäß. Es sieht alles gleich aus, ich hatte schon von vorne herein keine Lust mehr die Dinger zu bearbeiten, da konnte das Themengebiet noch so interessant sein. Also habe ich angefangen mit Sekundärliteratur zu arbeiten, die meinem Lerntyp entgegen kommt. Schau dir mal den Campbell für die gymnasiale Oberstufe an (amazon, google books..) und Vergleich den mit den ILS-Heften. Ich habe den Campbell als er bei mir ankam aufgeschlagen und erstmal eine gute Stunde drin rumgeblättert, da gibt's was für's Auge, eine tolle Strukturierung, inhaltlich auf Leistungskursniveau und darüber hinaus, trotzdem absolut verständlich erklärt. Ich fand' Ökologie noch nie besonders spannend und habe mich damals sowas von durch das ILS-Heft quälen müssen, kommt man leider auch in Berlin nicht drum rum, aber der Campbell hat mir das wesentlich leichter gemacht.
Es gibt sicherlich viele Leute, die mit den ILS-Heften klarkommen. Aber meinem Lerntyp kommen die so ganz und gar nicht entgegen und als ich durch gut aufgemachte Literatur erstmal Blut geleckt hatte, waren die Lehrbriefe für mich der blanke Horror. Hatte den Lehrgang übrigens 2009 bearbeitet, weiß ja nicht, ob sich da inzwischen was geändert hat.

Ich denke, die ständige Kontrolle durch einen Lehrer wird überschätzt. Ich habe ja relativ schnell gemerkt, dass die Lehrbriefe nichts für mich sind, im Prinzip hielten mich also nur noch die Korrekturen bei der Stange, weil ich dachte, dass es zum Beispiel unmöglich ist, eine zweite Fremdsprache ohne ständige Überprüfung vernünftig zu lernen. Ich sehe das heute anders. Ich habe Ende des letzten Jahres zwei VHS-Kurse besucht, einmal einen Vorbereitungskurs für die mündliche Englischprüfung, einen weiteren für Mathe. Die waren beiden ziemlich günstig und haben mich, zugegeben, weitergebracht, zudem habe ich vor den schriftlichen Prüfungen noch einige Nachhilfestunden in Latein genommen, um die Übersetzung zu optimieren. Das war's. Während meiner Vorbereitungszeit hatte ich kein Feedback, zumindest nicht im klassischen Sinne.

Man muss sich vor Augen führen, dass in jedem Fach, oder sagen wir mal fast jedem, nach einer bestimmten Methodik gearbeitet wird. Prüfungstrainer für Deutsch geben dir für jede erdenkliche Aufgabe ein Gerüst an die Hand. Das kann man auswendig lernen und muss den gelernten Inhalt dann nur noch einfügen. Auch die Aufgabenbearbeitung in Geschichte und anderen Gesellschaftswissenschaften erfolgt nach einem festen Prinzip. Hat man das drauf, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen, wenn man inhaltlich Bescheid weiß. Der Stark-Verlag hat den Arbeitstechniken ein ganzes Buch gewidmet.
Für die Fremdsprachen gibt es umfassende Selbstlernkurse in allen erdenklichen Varianten. Übungen und Lösungen findet man zu Haufe im Internet. In Latein habe ich vor allem übersetzen geübt, das lässt sich natürlich gut kontrollieren. Für die lebendige Sprache Englisch habe ich mich ebenfalls des Internets bedient. Schon mal von 8-Language gehört? Wenn du bereit bist, anderen deine Muttersprache beizubringen kannst du auch eine Menge von denen lernen. Ich habe mir Aufgabenstellungen rausgesucht, beim freien Schreiben ist Selbstkontrolle immer schlecht, das ist richtig. Aber auf der oben erwähnten Plattform zum Beispiel gibt es jede Menge englische Muttersprachler, die gerne helfen. Eigenen Text mit Aufgabenstellung eingestellt, nach etwa 24 Stunden rund ein Dutzend Korrekturen gehabt.
Mensch, es gibt sooo viele Übungsbücher mit Lösungen und so viele Möglichkeiten im Internet, sich selbst irgendwas beizubringen. Nicht zu vergessen die anderen Nichtschülerabiturienten, ganz allein ist man ja auch nicht.

Ich werde hoffentlich Jura an der BLS in Hamburg studieren.
Sollte es dort nicht klappen, habe ich Heidelberg & Tübingen im Auge.
Übrigens gibt es jede Menge Studienfächer, bei denen ich mit 1,5 um meinen Studienplatz zittern müsste. Mit einer 2 vorm Komma hat man ein echtes Problem finde ich, abgesehen von den Mint-Fächern gibt's da kaum was, schon gar nicht an Unis mit guter Reputation.


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BeitragVerfasst: Mi 15.06.2011 00:15
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 348Registriert: Di 26.06.2007 00:15
Hallo Sebi!

Erstmal vielen Dank für Deine umfassenden und wirklich sehr informativen Beiträge.

Bin mit meinem Fernlehrgang mittlerweile so gut wie durch (wurde ja nach 4 Jahren auch langsam mal Zeit), daher ist das Thema Abiturvorbereitung für mich weitgehend gelaufen. Ich denke aber, dass auch andere Besucher dieses Forums Deine Ausführungen mit großem Interesse verfolgen werden. Manch einer kann sich auf dem von Dir dargestellten Weg sicherlich viel Zeit und Geld sparen. Vorausgesetzt, er eignet sich für eben diesen Weg.

Was Deine Kritik an den Lehrbriefen betrifft, stimme ich Dir zum Teil zu. Die optische Präsentation ist mitunter wirklich etwas dröge. Aber farbige Hefte würden wahrscheinlich mehr kosten und die Lehrgangsgebühren damit in die Höhe treiben, was für den Fernschüler natürlich auch nicht so toll wäre.

Möglicherweise kapierst Du auch einfach etwas schneller als der Durchschnittlerner. Ich jedenfalls könnte mir eine (nebenberufliche) Abiturvorbereitung innerhalb von nur 12 Monaten für mich nicht vorstellen. Da fehlt bei mir zu viel, zumal ich nie auf dem Gymnasium war, ich also von Anfang an vergleichsweise wenig mitgebracht habe.

Das mit 8-Language hätte ich früher wissen müssen. Habe Französisch als LK, da wäre das nicht verkehrt gewesen. Aber, wie gesagt, habe die Hefte schon (fast) komplett durch.

Ökologie gehört übrigens zu den beiden Themenschwerpunkten meiner mündlichen Abiturprüfung (mein anderes Spezialgebiet ist Evolution).

Ich wusste gar nicht, dass Jura ein so hartes NC-Fach ist. Früher war Jura (ähnlich wie BWL) als "Massenfach" verschrien, das vor allem von Leuten studiert wurde, die mit Hängen und Würgen (3,x oder so) gerade mal durchs Abitur gekommen sind. Wie sich die Zeiten ändern. Aber es gibt da ja auch Unterschiede von Uni zu Uni, habe ich mir sagen lassen. Heidelberg ist übrigens eine tolle (Universitäts-)Stadt. Mit Heidelberg würdest Du sicher nicht die schlechteste Wahl treffen.

Werde nach meinem Abitur übrigens Archäologie an der Uni Bamberg studieren. Habe mir die Uni schon angesehen und mich eingehend informiert. Die Sache ist definitiv (vorher muss ich allerdings noch Abitur machen). Mein Onkel hat eine archäologische Ausgrabungsfirma, da kann ich - wenn ich will - nachher voll einsteigen. Als Geschichts-Freak und Abenteurer ist das genau das Richtige für mich; außerdem kann man in Bamberg nachher den Schwerpunkt "Archäologie des Mittelalters" belegen, was an vielen anderen Unis so nicht geht. Falls es Dich (und eventuell auch andere Leser dieses Forums) interessiert, hier einige Infos zum BA-Studiengang (allerdings sollte man grundsätzlich später noch den "Master" draufsatteln, denn der BA in Archäologie zählt nicht viel):
http://www.uni-bamberg.de/amanz/leistun ... udiengang/

Mit besten Indiana Jones-Grüßen
und
"Gute Nacht!"

8)


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BeitragVerfasst: Mi 15.06.2011 08:10
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 629Wohnort: NRWRegistriert: Di 13.03.2007 16:12
Erstmal herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Abitur, Sebi. Hut ab vor der Selbstorganisation.

Deinen Bericht finde ich, obwohl ich mit dem ILS ganz zufrieden bin :wink:, sehr informativ. Kurz vor der Prüfung hat man doch schon etwas bammel das die Prüfungen "unschaffbar" sind.

Mr. Jones :wink: , Jura ist nicht überall ein hartes NC-Fach, es kommt darauf an wo man studieren möchte. Köln z.B. (mein Plan B) hat seit Jahren keinen mehr abgewiesen. :mrgreen:

LG Jennie



_________________
Whether you think you can,
or you think you can't.
You're right.
(Henry Ford)

http://fernabitur.wordpress.com/
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BeitragVerfasst: Mi 15.06.2011 13:13
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 348Registriert: Di 26.06.2007 00:15
Jennie hat geschrieben:
Jura ist nicht überall ein hartes NC-Fach, es kommt darauf an wo man studieren möchte. Köln z.B. (mein Plan B) hat seit Jahren keinen mehr abgewiesen. :mrgreen:



Das wundert mich allerdings etwas. Denn die Uni Köln ist als großstädtische Universität bei Studieninteressierten sehr beliebt und hat viele Bewerber. In letzter Zeit ist es ja ganz allgemein enger geworden, durch doppelte Abiturjahrgänge und die Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes, was dazu geführt hat, dass besonders viele (männliche) Abiturienten gleichzeitig auf die Hochschulen drängen.

Ich hoffe jedenfalls, dass es mit Deinem Wunschfach klappt. Jura gilt zwar als Massenfach (eben weil es an einigen Hochschulen nicht zulassungsbeschränkt ist), ist aber ein sehr anspruchsvolles Studium. Man muss da sehr viel Stoff verarbeiten können und analytisch denken können. Vorteil: Juristen bzw. Juristinnen sind Generalisten; d.h. sie sind vielseitig einsetzbar. Außerdem: Der Sohn eines Nachbarn von uns studiert Jura. Er sagt, in Jura und Medizin gibt es die hübschesten Frauen. Allerdings nimmt ihn das Studium so in Anspruch, dass er wenig dafür Zeit hat. :wink:

Hier ein Video über Jura (Uni München).
http://www.youtube.com/watch?v=ToymiU4Hjpw

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BeitragVerfasst: Mi 15.06.2011 13:27
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 629Wohnort: NRWRegistriert: Di 13.03.2007 16:12
longlife hat geschrieben:
Jennie hat geschrieben:
Jura ist nicht überall ein hartes NC-Fach, es kommt darauf an wo man studieren möchte. Köln z.B. (mein Plan B) hat seit Jahren keinen mehr abgewiesen. :mrgreen:



Das wundert mich allerdings etwas. Denn die Uni Köln ist als großstädtische Universität bei Studieninteressierten sehr beliebt und hat viele Bewerber. In letzter Zeit ist es ja ganz allgemein enger geworden, durch doppelte Abiturjahrgänge und die Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes, was dazu geführt hat, dass besonders viele (männliche) Abiturienten gleichzeitig auf die Hochschulen drängen.


Köln hat bei Jura-Studenten allerdings keinen besonders guten Ruf. :wink: Zu Beginn des Studiums sind die Vorlesungsräume völlig überfüllt, das Problem dabei ist aber - laut der Uni selbst - das es sowohl viele Abbrecher gibt als auch viel autodidakten Lerner gibt, die nur zu Beginn und Ende des Semesters regelmäßig die Uni besuchen. D.h. es pendelt sich wohl ein, aber es ist gerade anfangs wohl schon abschreckend.

longlife hat geschrieben:
Ich hoffe jedenfalls, dass es mit Deinem Wunschfach klappt. Jura gilt zwar als Massenfach (eben weil es an einigen Hochschulen nicht zulassungsbeschränkt ist), ist aber ein sehr anspruchsvolles Studium. Man muss da sehr viel Stoff verarbeiten können und analytisch denken können. Vorteil: Juristen bzw. Juristinnen sind Generalisten; d.h. sie sind vielseitig einsetzbar.


Ich hab ja vorher schon beruflich Juristen (in der Wirtschaft) in Action gesehen und bin überzeugt, dass ich klar kommen werde. Ich weiß ja wofür ich arbeite. Ist bei dir ja sicher ähnlich.


longlife hat geschrieben:
Außerdem: Der Sohn eines Nachbarn von uns studiert Jura. Er sagt, in Jura und Medizin gibt es die hübschesten Frauen. Allerdings nimmt ihn das Studium so in Anspruch, dass er wenig dafür Zeit hat. :wink:


Ob ich da wohl Chancen hätte wenn der Punkt bei der Studienvergabe berücksichtigt wird... :mrgreen:



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Whether you think you can,
or you think you can't.
You're right.
(Henry Ford)

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BeitragVerfasst: Mi 15.06.2011 14:11
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 348Registriert: Di 26.06.2007 00:15
Jennie hat geschrieben:


Ob ich da wohl Chancen hätte wenn der Punkt bei der Studienvergabe berücksichtigt wird... :mrgreen:


Jedenfalls weitaus bessere als ich. Aber als Fernabiturient ist man ja schon automatisch durch Leistung aufgefallen. Das ist viel wichtiger als Äußerlichkeiten.

8)


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BeitragVerfasst: Mi 15.06.2011 23:07
Neu hierNeu hierBeiträge: 7Registriert: Mo 13.06.2011 15:58
Ich fange ja eh nicht mehr dieses Jahr an zu studieren, weil das Auswahlverfahren kurz vor meinen schriftlichen Abiturprüfungen gewesen wäre. Jetzt im Nachhinein ärgere ich mich irgendwie weil andere das ja auch hinbekommen haben (die normalen Abiturienten hatten ähnliche Termine wegen dem Zentralabitur), aber gut, ist jetzt nicht mehr zu ändern. Angesichts der Tatsache, dass man nur einmal am Verfahren teilnehmen kann, macht das eine Jahr den Kohl wohl auch nicht mehr fett. Kann ich zumindest noch ordentlich arbeiten, um Studiengebühren und Lebenshaltungskosten zahlen zu können, mit BaFöG siehts eher schlecht aus :lol:

Das Auswahlverfahren an der BLS ist mit denen der staatlichen Hochschulen nicht zu vergleichen, weshalb ich auch mit diesem Schnitt um einen Platz zittern muss. Es wird zunächst ein schriftlicher Auswahltest durchgeführt, bei dem ein Essay zu einem aktuellen Thema geschrieben werden muss (das wäre dieses Jahr schonmal schlecht gewesen, hab schon ewig keine Zeitung mehr gelesen), anschließend folgt ein MCT, sowas wie der TMS bei den Humanis. Letzteren habe ich mir ja auch schon mal angeschaut und festgestellt, dass ich nicht weit über die 'mittleren' Aufgaben hinaus komme, die Beispielaufgaben der BLS konnte ich auf Anhieb wesentlich besser bearbeiten. Jedenfalls gehen Essay und Test zu zwei Drittel in die bewertung ein, die Abinote nur ein Drittel. Theoretisch könnte mich also jemand mit 3er Schnitt verdrängen. Die besten 200 aus ganz Deutschland werden dann zum mündlichen Auswahlgespräch eingeladen - Thesenvortrag, Gruppendiskussion und ein Einzelgespräch, in dem wohl kuriose Fragen gestellt werden ("Was denken Sie, wie viele Paar Socken wurden im letzten Kalenderjahr in Frankreich verkauft?"). Generell geht es nicht um juristische Themen, sondern um die Herausstellung von Fertigkeiten, die man mitbringen sollte, z.B. eben die Fähigkeit zur Problemlösung. Bei der oberen Frage ist die Antwort irrelevant, es geht nur darum zu zeigen, wenn man sich einem Problem, dass man auf den ersten Blick nicht lösen kann, nähert.

Das mündliche Auswahlverfahren zählt dann 80%, das schriftliche nur noch 20%.
Und was sehen wir? Der Abischnitt interessiert, sobald man in Stufe zwei angekommen ist, keine Sau mehr, wenn ich das mal so sagen darf.
Dieses Tamtam können sich die staatlichen Uni nicht leisten, schon klar, aber irgendwie wäre ein derartiges Verfahren für alle Studiengänge wünschenswert. Die Abinote kann auch bei normalen Schülern aus so vielen Gründen nicht besonders gut ausfallen, das sagt imo aber noch nichts darüber aus, ob man für ein bestimmtes Studienfach geeignet ist oder nicht.

Wobei ich zugeben muss, dass ich mich auch noch woanders bewerben werde, also zumindest vielleicht. Ich hatte letztes Wochenende meine ersten beiden Nachtschichten in einer Pferdeklinik (also so aushilfsmäßig, misten, füttern, Verbände wickeln und generell das machen, wofür sich selbst die Azubis zu schade sind) und fand das total interessant. Also nicht die Drecksarbeit, sondern das 'mediznische'. Ich darf morgen (bzw. heute, schon wieder so spät...) einem Assi hinterhertrotten und mir das genauer anschauen. Auch wenn das meine Pläne total durcheinander bringen würde.

Das waren die Worte zum Vollmond.
Von den hübschen Damen in den Jura-Hörsälen habe ich übrigens nichts - ist hier etwa der Eindruck entstanden, dass ich männlich bin :mrgreen:


Edit: Vielen Dank übrigens für die Glückwunsche, ich bin immer so unhöflich...


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BeitragVerfasst: Do 16.06.2011 00:30
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 348Registriert: Di 26.06.2007 00:15
Hallo Sebi!

Meinst Du mit BLS die Bucerius Law School? Das ist natürlich eine ganz andere Hochschule als die normalen Massen-Universitäten. In den Wertungen ist die BLS im Bereich Rechtswissenschaften ja ganz oben. Ist also mehr eine Art Elite-Uni. Denn mit einem Schnitt von 1,5 wäre es an einer regulären Hochschule mit Jura echt kein Problem. Aber wenn es unbedingt die BLS sein muss, dann wirst Du Dich den entsprechenden Auswahlverfahren mehr oder weniger stellen müssen.

Und es ist richtig; der Notendurchschnitt sagt häufig nichts aus über die Studierfähigkeit von Abiturienten. Deshalb gehen auch immer mehr Hochschulen dazu über, sich ihre Bewerber selbst auszusuchen. Irgendwie finde ich das sogar richtig. Ich meine, warum soll z.B. ein 1er-Abiturient später mal ein besserer Arzt werden als jemand, der ein Abitur mit 4 gemacht hat? Will mir nicht so recht einleuchten.

Aber die meisten (staatlichen) Unis gehen wohl weiterhin nach dem Abitur-Notendurchschnitt, da es das einfachste Auswahlmittel ist (viele Hochschulen sind organisatorisch gar nicht in der Lage, jedes Jahr Tausende von Bewerbern auf Eignung zu testen). Viele archäologische Studiengänge z.B. unterliegen jedoch keinem NC. Und wenn, dann ist der NC eher moderat. Das hängt damit zusammen, dass nur vergleichsweise wenige Abiturienten solche Fächer studieren wollen (Geistes- und Kulturwissenschaften gelten gemeinhin als "brotlose Kunst", was in gewisser Hinsicht auch stimmt, aber Geld ist ja nicht alles), der Andrang also nicht so stark ist.

Wäre Tiermedizin nicht eventuell was für Dich? Ich meine, wegen Deiner "Stalltätigkeit". Jedenfalls scheinst Du auch körperlich schwere Arbeit nicht zu scheuen. Dies in Verbindung mit der Tatsache, dass Du Dich völlig selbständig aufs Abitur vorbereitet hast, sind Eigenschaften, die längst nicht jeder Abiturient (Pardon: jede Abiturientin) mitbringt. Solche Studienplatzbewerber würde ich sofort annehmen. Ich denke, Du hast nicht die schlechtesten Voraussetzungen.

Und was die hübschen Damen betrifft: Sicher gibt es im Studium auch hübsche Männer, die Dir mehr zusagen. :)

8)


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BeitragVerfasst: Do 16.06.2011 00:48
BenutzeravatarExtrem engagiertExtrem engagiertBeiträge: 348Registriert: Di 26.06.2007 00:15
Jennie hat geschrieben:

Köln hat bei Jura-Studenten allerdings keinen besonders guten Ruf.


Bochum auch nicht:
http://www.youtube.com/watch?v=CbpVdtAtUgQ

Hier ein Video zu Bamberg:
http://www.youtube.com/watch?v=wUvSqLDIEvM :D

8)


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BeitragVerfasst: Do 16.06.2011 13:33
Neu hierNeu hierBeiträge: 2Registriert: Do 16.06.2011 13:21
Danke Sebi für den ausführlichen und informativen Bericht. Du hast mir damit schonmal viel weitergeholfen. Ich les mich nämlich grad in das Thema ein und Informationen zu finden, scheint nicht so einfach zu sein. Besonders was den Ablauf betrifft und wie/wo ich überhaupt anfangen soll, ist gar nicht so leicht auszumachen.

Wo hast du denn anderen Nichtschülerabiturienten ausfindig gemacht? Ich kenne zwar ein Forum, aber das scheint ständig offline und auch nicht so gut besucht zu sein.

P.S. Meinen herzlichen Glückwunsch natürlich, zum so gut bestanden Abitur! :)


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BeitragVerfasst: Fr 17.06.2011 07:42
Neu hierNeu hierBeiträge: 2Registriert: Do 16.06.2011 13:21
Ach und zu deiner mündlichen Chemie-Prüfung hätte ich auch noch eine Frage:

Wie hast du dich denn auf Experimente vorbereitet, die doch sicherlich auch in der mündlichen Prüfung gefragt sind? Ich schwanke nämlich für mein letztes mündliches Fach zwischen Sozi und Chemie, Chemie würde mich mehr interessieren, nur bin ich eben unsicher, da ich seit der Realschule keine Experimente mehr gemacht hab und diese als Nichtschüler schlecht üben kann.


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