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<  Tipps und Erfahrungsberichte  ~  Bearbeitung der Hausaufgaben

BeitragVerfasst: So 30.05.2004 10:20
Neu hierNeu hierBeiträge: 5Wohnort: BochumRegistriert: So 10.08.2003 20:25
Hallo,

ich bin jetzt eigentlich schon seit 2 Jahren dabei und stehe jetzt am Anfang der Oberstufe.
Ab der Oberstufe hatte ich mir eigentlich vorgenommen, bei den Hausaufgaben nur noch aus dem Kopf zu arbeiten. Also nicht mehr in anderen Büchern oder im Studienheft zu lesen.
In Bio habe ich aber z.b. das Problem, dass die Antworten so umfangreich sind, dass ich überhaupt nicht weiß, wo ich anfangen soll und dann auch erst einmal die Hälfte vergesse.
Schaut ihr wirklich überhaupt nicht mehr nach? Bei mir ist es nämlich auch so, dass ich beim Durcharbeiten des Heftes die wichtigsten Sachen zusammenfasse und auch verstanden habe usw..
Nur ich finde dann keinen richtigen Anfang.
Dadurch habe ich jetzt Angst, dass ich überhaupt nichts behalte und dadurch werde ich wiederum so demotiviert, dass ich schon fast gar nicht mehr lerne.
Ist es normal, dass man manchmal anfängt so zu denken?


Viele liebe Grüße,
Janine


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BeitragVerfasst: Di 01.06.2004 11:14
BenutzeravatarAdministratorAdministratorBeiträge: 217Registriert: Sa 28.06.2003 10:10
Hallo Janine,

mit diesem Problem stehst du wirklich nicht alleine da - jeder, dem das Fernabitur ein ernsthaftes Anliegen ist, wird früher oder später damit konfrontiert. Mir erging es oft ähnlich: man hat das Studienheft gewissenhaft durchgearbeitet und macht sich voller Elan an die Hausaufgaben, um dann bereits bei der ersten oder zweiten Aufgabe nahe an den Rand zur Verzweiflung getrieben zu werden. Also legt man die Aufgaben erst einmal wieder zur Seite, doch leider löst sich das Problem dadurch ja nicht...! Im Gegenteil, je länger man diese "Schätze" vor sich her schiebt, desto stärker wächst die Abneigung und Frustration, und plötzlich zweifelt man an sich selber und seinen Fähigkeiten.
Dabei liegt die Lösung eigentlich auf der Hand: man muss sich so früh wie möglich möglichst realistische "Prüfungssituation" schaffen, wie sie ja auch an regulären Schulen und Hochschulen vorherrschen. Dies kann beispielsweise durch Zeitlimits oder die strike Verbannung von Hilfsmaterial geschehen. Freilich kostet dies Überwindung, da die Bearbeitung der Hausaufgaben auf den ersten Blick dadurch ja eher erschwert wird. Schaut man allerdings genauer hin, erkennt man die zahlreichen Vorteile, die sich nicht nur im Lernalltag sondern auch in der späteren - reelllen - Prüfungssituation auszahlen: indem man nämlich dazu gezwungen wird, innerhalb eines festgelegten Zeitfensters bestimmte Aufgaben zu bearbeiten, wird man gleichzeitig dem Druck ausgesetzt, einen Anfang zu finden und eventuell auch Aufgabenteile unbearbeitet zu lassen, da man das entsprechende Wissen einfach nicht hat. Bevor man ein weißes Blatt abgibt, wird man vernünftigerweise auch sein bruchstückhaftes Wissen niederschreiben - schließlich werden dafür ebenso wertvolle Punkte vergeben. Sitzt man zu Hause über den Hausaufgaben, fehlt meist dieser äußere Druck und man geht davon aus, nach unbestimmter Zeit schon den perfekten Anfang zu finden. Durch diesen Drang nach der 100%-igen Ausschöpfung der Aufgabenstellung blockiert man sich dann mehr und mehr, bis man schließlich die ganze Lust am Lernen verliert. Ist man hingegen dazu gezwungen, zu einem festgelegten Zeitpunkt und unter Zeitdruck die Aufgaben zu beantworten, kommt paradoxer Weise oft mehr dabei heraus, man schreibt ja gleichsam um Leib und Leben...! Natürlich sind diese Situationen unangenehm, aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass sie sich ingesamt positiv auf die Einstellung zum Lernstoff auswirken. Und je besser man mit Prüfungssituationen vertraut ist, desto entspannter kann man sich auch an die entscheidenden Klausuren begeben.
Mein Rat lautet daher auch: lieber eine eigene Leistung abliefern, die sich dann auch in einer ehrlichen Note widerspiegelt, als perfekte Ergebnisse zu präsentieren, die in wochenlanger Recherchearbeit entstanden sind, dafür aber recht wenig Aussagekraft besitzen. Wie schon gesagt: es sind gerade die erstgenannten Arbeiten, die häufig überdurchschnittlich gut ausfallen. Und natürlich trägt dann eine gute Note weitaus mehr zur Motivation bei, als wenn sich gleichzeitig Gewissensbisse hinsichtlich der Entstehung der Hausaufgabe einschleichen...!
Selbstredend wird man auch das eine oder andere Mal diese Selbstdisziplin durchbrechen und weiteres Material zur Bearbeitung hinzuziehen oder Freunde und Bekannte konsultieren, doch muss man sich immer wieder bewusst machen, dass einem bei den staatlichen Prüfungen ein solcher "Telefonjoker" leider verwehrt bleibt und man auch sonst ganz auf sich allein gestellt ist. Wer aber früh beginnt, die Prüfungsbedingungen zu simulieren, kann beruhigt auf ein wichtiges Fundament bauen! Glaube mir, langfristig betrachtet machst du es dir so leichter - auch wenn es Überwindung bedarf. Vielleicht probierst du diese Strategie ja einfach mal aus, ich drücke dir in jedem Falle fest die Daumen!

Viele Grüße,
Florian


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BeitragVerfasst: Mi 02.06.2004 07:42
Neu hierNeu hierBeiträge: 5Wohnort: BochumRegistriert: So 10.08.2003 20:25
Hallo Florian,

danke für deine schnelle und ausführliche Antwort. :D
Das mit dem schlechten Gewissen stimmt schon. In den meisten anderen Fächern, wo man dann nicht in den Heften nachsieht, freue ich mich auch wesentlich mehr über die guten Noten.
Eigentlich gehen die Hausaufgabennoten ja eh nicht mit in die Benotung ein und Wissenslücken bekommt man dann bei der Korrektur mitgeteilt.
Ab der Oberstufe hatte ich mir eigentlich vorgenommen auch so zu arbeiten. Aber irgendwie konnte ich jetzt längere Zeit nichts machen und dann möchte man unbedingt eine HA fertig haben, usw. ...
Und schon hat man wieder nachgesehen. :?
Aber ich werde mir jetzt auf jeden Fall deinen Rat zu Herzen nehmen und wirklich versuchen in allen Fächern so zu arbeiten. Ich hoffe nur, dass die Lehrer dann noch hinter das Kauderwelsch steigern, welches ich mir dann zusammen schreibe. :wink:

Viele liebe Grüße,
Janine


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